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Kiel UKSH-Schwestern angegriffen
Kiel UKSH-Schwestern angegriffen
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06:39 03.03.2016
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Die Beschäftigten wollen Pförtner in jedem Haus, die Fremden den Zugang verwehren. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Es geht um Körperverletzung und Nötigung. Bei dem ersten Vorfall am 1. Juli 2015 wurde eine Krankenschwester von einem Patienten bedroht, der sich nicht von der Frau versorgen lassen wollte. „Der Schwester gelang es allerdings, die Situation selbst zu entkräften“, sagt Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Anders verlief es zwei Wochen später: „In der Chirurgie griff ein etwa 45 Jahre alter Mann gegen 5 Uhr eine Pflegekraft, schlug die Frau und flüchtete unerkannt“, sagt Matthias Arends von der Polizei Kiel.

Der Personalrat schreibt in seinem Januar-Brief an die Beschäftigten, dass die Schwester erheblich verletzt worden sei. Sie soll ihren Notfallbutton nicht bei sich getragen haben und allein auf der Station gewesen sein. Letzteres ist nicht ungewöhnlich: Auch an vielen anderen Krankenhäusern übernimmt auf Stationen ohne erhöhtes Notfallrisiko eine einzige Pflegekraft die Nachtschicht, meist unterstützt durch einen Springer. Das ist zulässig. Verdi hält jedoch nachts eine Mindestbesetzung von zwei Pflegekräften pro Station für notwendig.

Pforten sollen wieder besetzt werden

Auch der Personalrat am UKSH in Kiel fordert, dass in den Nächten niemand mehr alleine auf Station arbeitet und die Pforten wieder besetzt werden, weil sich Angriffe von außen häufen. Denn am 28. Oktober wurde dieselbe Krankenschwester erneut bedroht. Auch dieses Mal war ein Außenstehender, offenbar stark alkoholisiert, ungehindert auf die Station gekommen. In dieser Nacht war die Schwester aufgrund des ersten Angriffs nicht allein im Dienst.

Am 5. Februar dieses Jahres wurde in der Hautklinik gegen 5.45 Uhr eine Raumpflegerin unvermittelt bedroht. Ein etwa 20 bis 30 Jahre alter Mann habe die 63-Jährige am Arm gepackt, sagt Arends. „Der Mitarbeiterin gelang es, sich mit einem beherzten Tritt zu befreien, woraufhin der Unbekannte vom Tatort flüchtete.“ Etwa eine Woche später soll eine Schwester morgens in der HNO-Klinik von einem Einbrecher weggestoßen worden sein und dabei Prellungen erlitten haben.

UKSH-Sprecher Oliver Grieve betont, dass man jeden Vorfall ernst nimmt und unverzüglich handele: So würden Stationen mit Notfallpiepern ausgerüstet, ein Sicherheitsdienst patrouilliere nachts auf dem Campus und kontrolliere auch, ob die Gebäude ab 22 Uhr verschlossen sind. Beschäftigten reicht das nicht: Sie wollen Pförtner in jedem Haus, die Fremden den Zugang verwehren.

Von Heike Stüben und Bastian Modrow

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