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Kiel Aus dem Keller in die Kirche
Kiel Aus dem Keller in die Kirche
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17:00 08.06.2019
Von Karin Jordt
Otto Flath stellte Jesus in den Mittelpunkt des „Nachfolge-Altars“. In vier Nebengruppen sind zwei Männer und zwei Frauen zu sehen, die jeweils von zwei schützenden Gestalten begleitet werden. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Wolfgang Steinmeier, Mitglied der Trinitatisgemeinde, entdeckte die Skulpturen im Keller bei der Weinbergkirche und setzte alle Hebel in Bewegung, für die wertvollen Stücke einen angemessenen Platz zu finden.

Nachdem Flath (1906 bis 1987) die Figuren in Bad Segeberg fertiggestellt hatte, wurden sie vermutlich wegen des Krieges nicht mehr wie geplant aufgestellt. Das könnte ihre Rettung gewesen sein, denn die Maria-Magdalenen-Kirche wurde im Krieg stark zerstört. Aber auch später wurde der Altar nie komplett aufgebaut. Bevor er für viele Jahre im Keller verschwand, wurden zwei der Gruppen ab den 1960er-Jahren im Kirchsaal der Weinberggemeinde aufgestellt und drei für einige Zeit in der Maria-Magdalenen-Kirche. Die dreistufigen Sockel dazu hatte Flath 1941 nach Elmschenhagen geschickt, allerdings sind sie in den Wirren des Krieges nie dort angekommen. Also bauten Lutz Rebetge und Gerd Stender aus der Trinitatisgemeinde nun fünf neue Podeste aus Holz. Wolfgang Steinmeier, Nanni Bräsch, Jürgen Klinz und Rolf Schönbeck reinigten die Figuren fachgerecht. Der Kirchengemeinderat wird entscheiden, ob das Werk im südlichen Querschiff der Kirche dauerhaft bleiben kann.

In der Mitte steht Jesus Christus

Jede Gruppe ist aus einem wuchtigen Ulmenstamm geschlagen worden. Jeweils am Boden und an den Köpfen der Figuren sind die Stämme noch zu sehen. Nicht das Kreuz, sondern Jüngerschaft ist das Thema. In der Mitte steht Jesus Christus, der einladend und segnend die Hände geöffnet hält „und in die Nachfolge ruft“, wie Gerd Heinrich, Oberkirchenrat a. D., erläutert. „Obwohl er den Betrachter nicht direkt anblickt, wirkt seine Haltung doch wie eine Aufforderung zur Bewegung. Das prägt das thematische Motiv der ganzen Gruppe: Folge mir nach!“, so Heinrich in einem Beitrag zu dem Buch „150 Jahre Maria-Magdalenen-Kirche“, das Wolfgang Steinmeier herausgegeben hat.

Zwei Menschen stehen direkt bei Jesus, vermutlich Maria und der Jünger Johannes. Zu den vier Nebengruppen gehören zwei Frauen und zwei Männer, jeweils begleitet von zwei Gestalten wie Schutzengel. Die Gesichter und Haltungen sind unterschiedlich. Die Figuren haben kein Gepäck, sie gehen barfuß, strahlen Ruhe aus, wirken konzentriert oder versonnen, sehen auf Jesus oder hören ihm zu. „Sie sind wunderbar geborgen, zwar Menschen von heute, aber doch eher Archetypen der Nachfolge“, betont Heinrich.

Flaths Werke in über 70 Kirchen Schleswig-Holsteins

„Ich habe mich auf die göttliche Führung verlassen und bin durch mein Leben hindurch von ihr getragen worden“, berichtet Flath in seinen Erinnerungen. „Mein Glaube hielt mich in allen schweren Ereignissen meines Lebens aufrecht, auch im Zweiten Weltkrieg. Nur von diesem Glauben her kann man meine Kunst verstehen.“ Flaths Werke stehen heute in vielen Ländern. In über 70 Kirchen Schleswig-Holsteins sind sie zu sehen, darunter auch in der St. Gabriel-Kirche in Russee, in der Dankeskirche Holtenau und in der Petruskirche in der Wik.

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