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Kiel Im Zentrum der linken Szene in Kiel
Kiel Im Zentrum der linken Szene in Kiel
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07:00 19.07.2017
Von Niklas Wieczorek
Die Alte Meierei am Hornheimer Weg gilt als Zentrum des linksalternativen und autonomen Lebens in Kiel. Laut Polizei gab es aber seit Jahren keine ernsthaften Probleme mit der Szene. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

„In der Landeshauptstadt Kiel gibt es eine aktive linke Szene“, sagt das Staatsschutz-Kommissariat 5 der Kieler Polizei. Zur Meierei heißt es: „Seit Jahren ist die Einsatzlage überschaubar. Größere Probleme hat es in den letzten Jahren nicht gegeben.“ Die Beamten checken nach eigenen Angaben regelmäßig die Internetseite. Das ist alles. Vor Ort findet am Donnerstagabend nach dem Gipfel das Café der Antifa statt. Die Antifaschistische Aktion ist ein Sammelbecken Linker bis Linksautonomer mit mehr oder minder starker Radikalisierung. In niedriger zweistelliger Zahl kommen an diesem Abend Sympathisanten.

Man glaubt, bis zu 500 aktivieren zu können

Die Szene in Kiel ist nicht straff organisiert. Bis zu 500 Menschen, so glaubt man in der Antifa, lassen sich aktivieren. Das hänge stark vom Thema ab: AfD-Gegenveranstaltungen seien beispielsweise „Selbstgänger“. Laut Polizei war eine der letzten auffälligen Aktionen der Tortenwurf auf die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch im vergangenen November. Es gibt keine Sprecher, keine gemeinsame Meinung, keine klare Linie. Zum G-20-Gipfel gibt es zunächst lediglich eine auf grünem Papier gedruckte Mitteilung des „...Ums Ganze!-Bündnisses“ in die Hand gedrückt: „Trotz einiger idiotischer Manöver haben die Aktionen in Hamburg unter dem Strich gezeigt, dass es auch die richtigen treffen kann“, heißt es darin. Dazu allerdings der mündliche Hinweis, dass keine Kieler mitgeschrieben haben.

Generell koordinieren sich linke Vertreter aller Art in der Landeshauptstadt häufig in Bündnissen, wie Florian Jansen sagt, der Sprecher des Kreisverbandes der Linken. Mit Gruppen wie der Antifa sei die Zusammenarbeit dabei inhaltsorientiert. Rechtliche Grundlage der Meierei ist ein Nutzungsvertrag mit der Stadt. Die ist Eigentümerin und Empfängerin regelmäßiger Mieten in Höhe von 300 Euro. „Wir sind mit der Situation zufrieden“, sagt Sprecherin Annette Wiese-Krukowska. Im Rathaus sieht man nach G20 keinen Gesprächsbedarf.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Mittwochausgabe der Kieler Nachrichten

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