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Kiel Alternative zum Turnen
Kiel Alternative zum Turnen
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00:47 06.09.2014
Von Volker Rebehn
Akrobatik auf zwei Rädern: Inka Meyer (rechts) trainiert hier mit Swantje Anderson (15) den sogenannten Reitsitzsteiger. Quelle: vr: Volker Rebehn
Kiel

Wohl jeder hat schon mal auf einem Fahrrad gesessen. Einige trauen sich sogar, freihändig zu fahren. Für die Kunstradfahrer ist das eine ihrer leichtesten Übungen. Sie verbinden das Fahren mit akrobatischen Elementen auf ihrem Sportgerät. Es verwundert nicht, dass viele Kunstradfahrer – meist sind es Mädchen und junge Frauen – von der Turnerei aufs Rad gewechselt sind. So war es bei Inka Meyer. Die 28-Jährige ist Trainerin beim Heikendorfer Sportverein und schon lange beim Tag des Sports dabei.

 „Der Tag des Sports hat bei uns Tradition. Solange ich fahre, bin ich dabei“, erzählt Inka Meyer während einer Trainingspause in der Heikendorfer Gemeindesporthalle. Es sei eine tolle Gelegenheit, diese schöne Sportart einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Viele Möglichkeiten gibt es nicht. Das Kunstradfahren, das in Schleswig-Holstein zurzeit gerademal 40, meist weibliche Aktive betreiben, sei für die Medien offenbar nicht interessant genug. Dabei gebe es unter den 200 Übungen, aus denen die Sportler bei Wettkämpfen 20 bis 30 auswählen, durchaus atemberaubende Kunststücke.

 So freuen sich die Kunstradakrobatinnen am Sonntag, wenn sich möglichst viele der zahlreichen Besucher auch für ihre Sportart interessieren. „Wir sehen uns sonst nur in den Sporthallen. Beim Tag des Sports herrscht eine total entspannte Atmosphäre, sodass sich alle auch besser kennenlernen“, sagt Inka Meyer.

 Die Sportlerin ist mittlerweile seit Jahren als Trainerin in der Radsportabteilung des Heikendorfer SV aktiv – und noch immer hoch motiviert. „Es macht einfach Spaß zu sehen, wenn anfangs zurückhaltende und scheue Kinder durch den Sport im Laufe der Zeit immer selbstbewusster werden“, sagt Inka Meyer, die beruflich als Erzieherin arbeitet. Die jungen Menschen würden im Training oder bei Wettkämpfen lernen, sich hundertprozentig auf ihren Sport zu konzentrieren, Beweglichkeit, Kraft und turnerische Elemente auf dem Rad zu vereinen.

 Sie selbst ist durch Zufall zum Kunstradfahren gekommen. Nachdem sich ihre Turnleistungsgruppe aufgelöst hatte, wurde sie von einer Freundin gefragt, ob sie nicht mal Lust hätte, zum Kunstradfahren mitzukommen. Die damals 18-Jährige konnte damals schon Einrad fahren und sagte zu. Es war wohl die richtige Entscheidung. „Kunstradfahren ist mein Leben, mein Herzblut“, sagt Inka Meyer. Beim Tag des Sports ist sie mit ihrer Gruppe auf den Bühnen am Haus des Sports (12.55 Uhr) und auf der Moorteichwiese (11.55 Uhr) zu sehen. Wer Kunstradfahren selbst ausprobieren möchte, hat dazu in der Bresthalle von 15 bis 17 Uhr Gelegenheit.