Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Kieler wollen neues Bündnis gründen
Kiel Kieler wollen neues Bündnis gründen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:01 25.04.2018
Von Kristiane Backheuer
Foto: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) und Initiator Benjamin Raschke (rechts daneben) unterzeichneten mit den anderen Verbänden und Vereinen den Letter of Intent zur Altersarmut.
Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) und Initiator Benjamin Raschke (rechts daneben) unterzeichneten mit den anderen Verbänden und Vereinen den Letter of Intent zur Altersarmut. Quelle: Sven Janssen
Anzeige
Kiel

Rund 3000 Menschen sind in Kiel von Altersarmut betroffen. Zumindest haben so viele Menschen derzeit Grundsicherung beantragt. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Vor allem aus Scham leben viele Arme im Verborgenen. Gemeinsam mit der Stadt wollen Kieler Wohlfahrtsverbände, Vereine, Gewerkschaften, Stiftungen und andere Organisationen nun das „Thema aus dem Schatten unserer Gesellschaft herausholen“.

Schulden, der Tod des Partners und Krankheiten sind oft schuld

Gründe, in die Armut abzurutschen, gibt es viele. Schulden, Trennung, Scheidung, der Tod des Partners, Krankheiten oder Brüche in der Erwerbsbiografie können dazu führen, dass oft schon in der Monatsmitte kein Geld mehr im Portemonnaie ist. Besonders oft betroffen sind Menschen aus dem Niedriglohnsektor, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung.

Runder Tisch gegen Altersarmut schon 2015

Initiator des „Bündnisses gegen Altersarmut“ ist Benjamin Raschke (33). Er ist SPD-Ratsmitglied und gleichzeitig Sprecher für Senioren. Schon 2015 rief er einen „Runden Tisch gegen Altersarmut“ ins Leben. Mit dem neuen Bündnis wollen Raschke und die anderen die „ziemlich unsichtbare Gruppe, die sich auch noch unsichtbar macht“, wieder zurück in die Gesellschaft holen. „Wir als Stadt Kiel schaffen es nicht allein“, sagt er. „Die Altersarmut wird weiter steigen.“

In Gaarden sind 26 Prozent der Senioren von Armut bedroht

„Armut ist real“, sagt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD, 45). „Armut nimmt zu. Armut hat vielfältige Ursachen. Da ist es wichtig, dass sich hier alle wohlmeinenden Kräfte bündeln.“ Er freue sich, dass alle Partner dem Thema nicht nur Aufmerksamkeit widmen, sondern es auch sichtbar machen wollen. Benjamin Raschke erklärt, dass Armut in Kiel sehr unterschiedlich verteilt sei. So liege der Anteil der bedürftigen Senioren in Gaarden bei 26 Prozent, in Meimersdorf/Moorsee dagegen bei 1,4 Prozent.

Eine neue Koordinierungsstelle soll künftig für eine bessere Vernetzung sorgen und Veranstaltungen sowie Aktionen planen. Finanzieren soll sich das Bündnis aus Spenden und Fördermitteln.

Kiel Ehefrau in Kiel erstochen - Anklage will lebenslange Haft für Mord
24.04.2018
KN-online (Kieler Nachrichten) 24.04.2018
Niklas Wieczorek 24.04.2018