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Kiel Fast die Hälfte weist Schäden auf
Kiel Fast die Hälfte weist Schäden auf
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07:17 16.08.2019
Von Jürgen Küppers
Geflickt, gerissen oder gewölbt: So wie hier an der Ricarda-Huch-Schule sieht der Asphalt auf Pausenhöfen auch an vielen anderen Schulen aus. Das förderte nun eine Untersuchung der Stadt im Rahmen des "Aktionsplans Schulhöfe" zutage.  Quelle: Frank Peter
Kiel

Bei den Schäden handelt es meist um Risse, Löcher, Aufwölbungen, Flicken, Probleme mit der Drainage oder Beschädigungen durch Baumaßnahmen.

Auf Basis der Analysedaten will die Stadt nun ein Konzept mit grundlegenden Schulhofstandards erarbeiten. Hauptkriterien dafür sind: Verhältnis von Schülerzahlen zu Schulhofgröße, Anzahl und Art von spiel-, bewegungs- oder naturpädagogischen Angeboten, öffentliche Zugänglichkeit sowie Barrierefreiheit.

Schon im April 2018 beschloss der Rat den "Aktionsplan"

Neu ist der „Aktionsplan“ indes nicht, den die Ratsversammlung bereits im April 2018 beschlossen hatte. Wann dem Plan mit welchem finanziellen Aufwand welche Taten folgen sollen, ist aber noch längst nicht absehbar. Zunächst werde die Bestandsaufnahme mit dem städtischen Schulbauprogramm abgestimmt, im nächsten Schritt dann eine „nachvollziehbare“ Prioritätenliste inklusive „umsetzbarer Zeit- und Kostenplanung“ erstellt.

Zumindest das Ziel des „Aktionsplans“ hat Baudezernentin Doris Grondke klar vor Augen: die Weiterentwicklung der Schulhöfe zu "zukunftsweisenden, ganzheitlichen Lern- und Lebensorten“. Schließlich verbrächten heute immer mehr der rund 22000 Schüler – anders als früher – acht bis zehn Stunden täglich an ihren Schulen.

Nur zwei Schulen bekamen das Pausenhof-Prädikat "sehr gut"

Dass die Stadt als Schulträgerin viel zu tun hat, um dieses Ziel zu erreichen, hat ihr nach eigenem Bekunden die Bestandsaufnahme deutlich gemacht: „Sie zeigt, dass es auf etlichen Schulhöfen Handlungsbedarf gibt“, hieß es dazu aus dem Rathaus.

Was das konkret bedeutet, macht ein Blick in die Bestandsaufnahme deutlich. Beim „Erhaltungszustand“ der Schulhöfe verteilte die Stadt nur zweimal das Prädikat „sehr gut“ (Humboldt-Schule, Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule), neun Schulen erhielten ein uneingeschränktes „gut“. Alle anderen Schulhöfe weisen laut Bestandsaufnahme größere oder kleinere Mängel auf.

Wann welche davon behoben werden, bleibt in der Bestandsaufnahme ebenfalls unklar. Dort heißt es: „Um Verkehrssicherheit zu gewährleisten“, müssten die Mängel dann ausgebessert oder saniert werden, „sobald Schäden Stolpergefahr auslösen“. Während kleinere Sanierungsarbeiten im Rahmen der Schulhofunterhaltung erfolgten, sei bei größeren Schäden eine umfangreiche Schulhofsanierung „in Erwägung zu ziehen“.

An vier Schulen werden Hof-Erweiterungen geprüft

Bei mangelnder Entwässerung von Schulhofbereichen (betrifft 25 von 49 Schulen) müssten ebenfalls geeignete bauliche Maßnahmen zur Abhilfe gefunden werden.

Hingegen weitgehend in Ordnung ist die Größe der Schulhöfe. Nur an vier Schulen will die Stadt eine Erweiterung prüfen: an der Gemeinschaftsschule Hassee, Goethe-Gemeinschaftsschule, Hermann-Löns- und Johanna-Mestorf-Schule. Durch „geeignete Lösungen“ solle dort „einer problematischen Enge auf dem Schulhof und daraus entstehenden Konflikten“ entgegengewirkt werden – zum Beispiel durch Einbeziehung benachbarter Flächen oder des Schul-Außengeländes.

Sieben Schulen attestierte der Bericht „offensichtlich großen Nachholbedarf“ im Hinblick auf spiel- und bewegungspädagogische Angebote auf ihren Pausenhöfen.

Bei der Schulhofgröße liegt Kiel über dem Bundesdurchschnitt

Zumindest bei der Größe von Schulhöfen liegt Kiel deutlich über den aktuellen Richtwerten für Pausenhofflächen. An Kieler Schulen stehen im Schnitt pro Schüler zwischen zehn und 15 Quadratmeter zur Verfügung. Laut den in Deutschland dafür geltenden Richtlinien liegt der Mindestwert in den meisten Bundesländern derzeit bei fünf Quadratmetern, in Bayern sogar nur bei drei Quadratmetern.

Unterdurchschnittliche Kieler Werte mit jeweils nur acht Quadratmeter pro Schüler weisen allerdings auch zwei besonders schülerstarke Schulen auf: die Toni-Jensen-Schule (1105 Schüler) sowie die Gemeinschaftsschule Hassee (801).

Die kleinsten Schulhöfe pro Schüler in Kiel haben die traditionsreichen Kieler Gymnasien. Zu ihnen zählen neben der Hebbelschule (sieben Qudratmeter), auch die Humboldt-Schule (sechs), die Käthe-Kollwitz-Schule (sechs), die Kieler Gelehrtenschule (vier) sowie die Ricarda-Huch-Schule (neun Quadratmeter).

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