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Kiel Andreas Gabalier: Auch im Norden Dahoam
Kiel Andreas Gabalier: Auch im Norden Dahoam
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09:40 19.10.2018
Andreas Gabalier in der Kieler Sparkassen-Arena. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

„Dankeschön, des fühlt sie an wie dahoam“, meinte Andreas Gabalier ob der euphorischen Stimmung in der so gut wie ausverkauften Sparkassen Arena. Der österreichische „Volks-Rock’n’Roller“ dankte es den Fans am Donnerstag mit einer fetten Rockshow, die aber auch leise Momente hatte.

Der erste Eindruck

Für Kieler Verhältnisse ist die Dirndl- und Lederhosendichte im Publikum erstaunlich hoch. Es dürften kaum eingeflogene Bayern und Österreicher sein; nein, die Nordlichter zeigen dem Volkmusikstar auch optisch ihre Zuneigung.

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Die Musik

Andreas Gabalier trägt den Titel „Volks-Rock’n’Roller“, und drei Gitarristen unterstreichen, dass er es ernst mit dem Rock meint. Und der hat so manche Schattierung: Der Opener „Verdammt lang her“ trägt starke Züge von Brian Adams‘ „Summer Of 69“, „I sing a Liad für Di“, das ihn in Deutschland bekannt machte, wird mit Honky-Tonk-Piano versehen, „Sie“ ist bester Stadionrock, „Dahoam“ rockt mit Southern-Einschlag und „Vergissmeinnicht“ schielt mit Sprechgesang und harten Riffs gar Richtung Rammstein. Dazu greift der Steiermarker auch mal zum Akkordeon und kreiert am Ende des Bühnenlaufstegs mit Cellobegleitung zur Ballade „Hinterm Horizont“ Gänsehautmomente. Der Partysong „Hulapalu“ ist natürlich auch dabei.

Das Publikum

Es sind „Junge und jung Gebliebene“, um es mit Gabaliers Worten zu sagen, die dem Volksmusik-Star die Ehre erweisen. Die Stimmung ist von Anfang an euphorisch, jeder Song wird beklatscht, mitgesungen oder mit Sprechchören wie „Oh, wie ist es schön“ nachhaltig gefeiert. Im Rahmen der Möglichkeiten oder der Lust beteiligen sich auch alle am Hüpfen zu „Die Beichte“ oder schalten zu den Balladen die Handylampe ein.

Was in Erinnerung bleibt

Nach dem letzten Song vor den Zugaben bleibt Andreas Gabalier, von Konfetti bedeckt, lange auf dem Boden des Laufstegs liegen. Sicherlich ein Teil der Show, mit der Kamera für alle auf den Videowänden sichtbar gemacht. Dennoch dauert dieser Moment etwas länger, um nur Show zu sein und man spürt geradezu, wie der Sänger den Abend fern der Alpen genießt.

Fazit

Ein vielseitiger Abend, hochprofessionell mit guten Musikern in einer nie überladenen Show inszeniert. Nur der ständigen Wiederholung, dass es ja unfassbar sei, so fern der Heimat auch eine große Halle füllen zu können, hätte es nicht bedurft. Wer Stadien ausverkauft, hat auch im Norden genug Fans und Gabalier spricht steierische Mundart und nicht Swahili.

Andreas Gabalier feiert mit Fans in der Kieler Sparkassen-Arena.

Von kpb

Kristiane Backheuer 19.10.2018
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