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Kiel Die Krooger lieben ihre Holzmasten
Kiel Die Krooger lieben ihre Holzmasten
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19:53 01.03.2017
Von Karin Jordt
Die alten Holzmasten in Kroog, die – wie hier im Zeppelinring – auch für Bekanntmachungen genutzt werden, sollen demnächst verschwinden. Viele Anlieger kritisierten das Vorhaben im Ortsbeirat. Quelle: Karin Jordt
Elmschenhagen/Kroog

Auch die Kostenbeteiligung stieß auf große Kritik.  Dicht an dicht saßen und standen rund 250 Besucher der Sitzung in der Mensa der Lilli-Martius-Schule, drängten sich auf Fensterbänken, auf dem Flur und auf der Bühne oder machten gleich am Eingang kehrt, weil der Raum völlig überfüllt war. Grund der Aufregung ist, dass viele Grundstückseigentümer Post von der Stadt bekommen haben mit der Ankündigung, dass die Straßenbeleuchtung erneuert werden soll (wir berichteten). Laut Ausbaubeitragssatzung werden in Anliegerstraßen 85 Prozent der Kosten auf die Eigentümer verteilt, in Innerortsstraßen 50 Prozent, in Durchgangsstraßen 25 Prozent.

Je nach Bauaufwand, Abrechnungsgebiet, Grundstücksgröße und Anteil der Vollgeschosse müssen im Schnitt rund 300 bis 3500 Euro gezahlt werden, wie Besucher berichteten. Nach Angaben des Presseamtes werden die Kosten für die Eigentümer zwischen 50 und 33000 Euro (bei Sondergrundstücken wie Friedhof und Schulzentrum) liegen. Die Masten stammten aus den 1950er und 60er-Jahren, erläuterte Harald Schwind vom Tiefbauamt. „Die Erneuerung ist überfällig.“ In drei Straßen, nämlich Am Wellsee, in der Elmschenhagener Allee und im Dornbusch, solle die Beleuchtung wegen der Bäume auf die andere Straßenseite verlegt werden.

 Anlieger kritisierten, dass ganze Straßenzüge zur Kasse gebeten würden, selbst wenn ein Abschnitt schon mit Erdkabel ausgerüstet sei. „Wir haben viel Geld für die Erschließung bezahlt, weil bei uns schon Erdkabel liegen. Jetzt sollen wir noch mal blechen“, beschwerte sich ein Bewohner der Straße Am Wellsee. Andere Krooger sehen in den neuen Laternenpfählen keine Verbesserung und schlugen vor, nur die Leuchten zu erneuern. Die Holzmasten dienen nicht nur als Pinwand des Stadtteils, sondern passen nach Auffassung etlicher Besucher auch besser ins historische Ortsbild.

 Widerstand regt sich auch im Rönner Weg, weil die Verbindung als Anliegerstraße eingestuft wurde. „Wir haben eine Protestnote an den Oberbürgermeister verfasst“, berichtete ein Hauseigentümer vom Rönner Weg. Er ist außerdem empört darüber, dass die Ausbaubeitragssatzung geändert wurde und der Eigentümeranteil von 75 auf 85 Prozent bei Anliegerstraßen erhöht wurde. Auch aus der Dorfstraße in Elmschenhagen kam Protest gegen die Einstufung als Anliegerstraße. Andere Besucher kritisierten, dass überhaupt Beiträge erhoben würden, schließlich sei Beleuchtung doch für alle da.

 40 Straßenzüge auf dem Kieler Ostufer haben noch Freileitungen, die alle bis Jahresende unter die Erde verlegt werden sollen, wie Bauleiter Martin Bösche von der SWB Beleuchtung GmbH berichtete. Das Unternehmen setzt damit vertragsgemäß die Vorgabe der Ratsversammlung in Absprache mit dem Tiefbauamt um. „Daran wird sich nichts ändern“, sagte er. Die alten Masten würden als Sondermüll entsorgt, denn sie seien überwiegend teergetränkt. Daher sei es sinnvoll, sie auszutauschen. „Eine so heftige Kritik wie hier habe ich noch in keinem Ortsbeirat erlebt“, sagte Bösche.

 14 Tage vor Baubeginn sollen Informationsschreiben an die Anwohner verteilt werden. „Vor Ende 2018 werden Sie keinen Bescheid von uns bekommen“, sagte Stephanie Bildt vom Stadtplanungsamt. Danach hätten die Eigentümer drei Monate Zeit, das Geld zu bezahlen. Die genaue Summe stehe erst nach Abschluss der Bauarbeiten fest.

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