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Kiel Gewinner des Plakatwettbewerbs geehrt
Kiel Gewinner des Plakatwettbewerbs geehrt
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10:00 31.01.2019
Von Laura Treffenfeld
Pia Sophie Derwahl (16) zeigt in ihrem Bild Mobbing aus Sicht eines Opfers. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es wurde emotional im Ratsherrenzimmer des Kieler Rathauses. Jugendminister Heiner Garg (FDP) und Ria Lissinna, Geschäftsführerin der Aktion Kinder- und Jugendschutz, zeichneten gemeinsam die jungen Gewinner des Plakatwettbewerbs aus.

Minister findet starke Worte

„Mobbing bedeutet Handeln in der festen Absicht, jemand anderem zu schaden“, sagte Garg in seiner Ansprache. Dabei sei es egal, ob körperliche Gewalt im Spiel ist, andere lächerlich gemacht oder schlicht ignoriert werden. „Die Opfer sind dabei meist Menschen, die in irgendeiner Weise ein klein wenig anders sind als andere. Aber absolut nichts rechtfertigt Mobbing.“

Persönliche Erfahrung berührt

Der Jugendminister sprach auch über seine eigenen Erfahrungen. „Heute ist es ja nichts Besonderes mehr, wenn jemand sagt, ich bin schwul. In meiner Jugend, Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, sah das noch nicht so aus.“ Damals sei man als homosexueller Teenager anders gewesen. „Es ist daher so wichtig, dass Opfer sich nicht verstecken. Man braucht eine starke Familie und tolle Freunde hinter sich, aber auch jeder Einzelne sollte gegen Mobbing aufstehen.

Schülerin Pia hat lange an ihrem Werk gearbeitet

Pia Sophie Derwahl von der Gemeinschaftsschule am Brook in Gaarden freute sich über ihren zweiten Platz beim Plakatwettbewerb. Die 16-jährige Schülerin thematisierte in ihrem Bild die Angst und Trauer eines Opfers und machte gleichzeitig deutlich, dass Mobbing sich nicht wiederholen dürfe. „Ich habe tatsächlich einige Wochen gebraucht, bis ich mit meinem Bild fertig war“, sagte Pia. Es sei ihr wichtig gewesen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und am Ende die richtige Botschaft auszusenden. Sie wünscht sich allgemein mehr Respekt gegenüber anderen. „Manche Leute gucken zum Beispiel komisch, wenn ich ihnen erzähle, dass ich in Gaarden auf die Schule gehe.“ Die Leute hätten sofort Vorurteile.

Kiels Bürgermeisterin Treutel wünscht sich Einsatz von Mitschülern

Bürgermeisterin Renate Treutel plant, in Zukunft das Thema Anti-Mobbing an Schulen noch stärker zu verankern. „Wir möchten, dass eine Auseinandersetzung mit der Problematik das ganze Jahr über geschieht.“ Keiner dürfe einfach zusehen, wenn Mitschüler gemobbt werden. „Ich wünsche mir, dass Schüler sich auf die Seite der Opfer stellen und nicht auf die Seite der Täter.“

Die besten Bilder aus dem Wettbewerb wurden in einem Kalender zusammengeführt. Dieser wird nun kostenlos an die beteiligten Schulen verteilt.

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