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Kiel Studenten bieten den Fruchtfairtrag an
Kiel Studenten bieten den Fruchtfairtrag an
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13:00 29.05.2019
Von Kristiane Backheuer
„Firmen pflanzen Verantwortung“: Mit diesem Slogan wollen Duncan Mc Geough (links) und Nele Scholz zusammen mit James Young (nicht auf dem Foto) Unternehmen ermuntern, alte, regionale Sorten auf ungenutzten Firmenflächen zu pflanzen. Dadurch sollen mehr Grünflächen im Kieler Stadtgebiet entstehen. Von der Ernte sollen anschließend soziale Einrichtungen profitieren. Ihr Obstbaumprojekt haben sie „Fruchtfairtrag“ genannt. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Das Konzept ist simpel: Ein Unternehmen, das ungenutzte Flächen besitzt, bestellt bei „Fruchtfairtrag“ Obstbäume oder -sträucher, pflanzt sie zusammen mit dem Team von Fruchtfairtrag und spendet die Ernte anschließend an die Tafel oder eine andere soziale Initiative. „Davon profitieren die Firmen sowie Kiels Gesellschaft und Umwelt“, sagt Duncan Mc Geough (23).

Die ersten beiden Apfelbäume stehen bereits. Ein Kulturapfel „Jonagold“ und eine „Ingrid Marie“, eine der traditionellen Sorten aus dem Alten Land. Die beiden rund fünf Jahre alten Bäumchen wurden im Biergarten der Lillebrauerei gepflanzt. Drumherum wachsen Minze, Majoran und Blumenstauden. „Wir sind froh, dass es jetzt losgeht“, sagt Mc Geough von „Fruchtfairtrag“ vor Ort. Gleich haben die Projektgründer noch einen Termin bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. „Wir hoffen, dort in den Newsletter und das Magazin zu kommen, sodass wir auf diesem Weg die Menschen erreichen können.“ Mit der Heinrich-Böll-Stiftung laufen ebenfalls Gespräche für den Anscharpark, und beim Kieler Spendenparlament haben sie schon für ihre Idee geworben. Auch beim Waterkant-Festival auf der Kieler Woche werden sie ihr Projekt vorstellen.

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„Fruchtfairtrag“ beim Yooweedoo erfolgreich

Dass der „Fruchtfairtrag“ erfolgsversprechend ist, hat den Dreien im Februar die Jury des Ideenwettbewerbs „Yooweedoo“ bescheinigt. Die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) förderte das Projekt daraufhin mit 824 Euro. „Mit einem Teil des Geldes haben wir jetzt Flyer und Werbematerial gedruckt“, sagt Nele Scholz (24). „Profit wollen wir nicht machen. Stattdessen aber einen Beitrag zu einer nachhaltigen Veränderung in Kiel leisten.“

Mc Geough, Scholz und der dritte im Bunde, James Young (28), sind Studenten an der „School of Sustainability“ in Kiel, einem Masterstudiengang für Nachhaltigkeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). In einem Seminar sollten sie ein Projekt entwickeln, mit dem die Stadt nachhaltig verändert werden kann. So wurde „Fruchtfairtrag“ geboren. „Wir wollten etwas gegen das Verschwinden von ländlichen Lebensräumen für Insekten tun, gleichzeitig sozial Schwachen helfen und dann noch eine Lösung für ungenutzte Firmenflächen finden“, sagt Nele Scholz (24). „Und tatsächlich können wir all das in unserem Projekt vereinen.“

Teilnehmende Firmen benötigen freie Fläche

Jetzt müssen sich nur noch die Unternehmen melden, die mitmachen wollen. Sie müssen eine ungenutzte Fläche auf dem Firmengelände haben und bereit sein, die Obstbäume, Obststräucher und Bodendecker zu bezahlen. „Wir kümmern uns dann um den Rest“, sagt Mc Geough. „Den Bepflanzungsplan, das Organisieren der Materialien – und wenn gewünscht veranstalten wir das Ganze als Workshop zur Teambildung für die Mitarbeiter.“ Bei dem Projekt arbeiten die drei Kieler mit dem „Obstbaumstaiger“ aus Windeby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zusammen, der sich auf regionale, alte Sorten und naturgemäße Obstbaumpflege spezialisiert hat. Der liefert die Pflanzen und kann bei Bedarf auch später die Pflege übernehmen. Die Ernte kann entweder an die Mitarbeiter verteilt werden oder der Tafel oder einer anderen Einrichtung gespendet werden. „So können Firmen eine gesündere Ernährung benachteiligter Gruppen fördern“, sagt Nele Scholz.

Lange haben die drei übrigens über einem passenden Slogan für „Fruchtfairtrag“ gegrübelt. Bis Young schließlich auf den Satz „Firmen pflanzen Verantwortung“ kam und damit das Konzept auf den Punkt brachte. Zukünftig stellen sie sich vor, Schulen mit in das Projekt einzubeziehen. Auch dort wollen sie Obstbäume und Sträucher pflanzen, um den Schülern die ökologische und soziale Bedeutung ihres Konzepts näherzubringen. Den Studenten geht es darum, dass jeder ein wenig Verantwortung übernimmt, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Einen Apfelbaum zu pflanzen, kann da für den Anfang eine prima Idee sein.

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