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Kiel Der stetig schrumpfende Ökomarkt
Kiel Der stetig schrumpfende Ökomarkt
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07:27 30.07.2016
Von Anne Steinmetz
Zum letzten Mal gemeinsam auf dem Ökomarkt in der Kieler Innenstadt: Malte Schlüter und Christina Austen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Ab kommender Woche wird Malte Schlüter mit seinem Obst- und Gemüsestand alleine dort stehen. „Es lohnt sich einfach nicht“, sagt Christina Austen während sie in ihrem Veggi-Mobil Zwiebeln für den veganen Döner schneidet. Das ganze Jahr über waren sie und Malte Schlüter die beiden einzigen Händler auf dem Öko-Markt. Jetzt gibt die 50-Jährige auf. „Es fällt mir nicht leicht. Denn der Markt war vor drei Jahren mein allererster Termin.“ Die Zahl der Kunden habe in den vergangenen Jahren aber immer weiter abgenommen, teilweise habe sie nur 200 Euro Umsatz gemacht. „Ein Tag hier auf dem Markt sind für mich gut zehn Stunden Arbeit. Das rechnet sich einfach nicht.“

 Für sie ist der Standort das Problem – und damit Grund für die wenigen Kunden. „Die Menschen hier haben kein Interesse daran, Geld für ökologische Lebensmittel auszugeben. Es ist einfach das falsche Zielpublikum in der Innenstadt.“ Das sieht auch Malte Schlüter so. „Der Markt müsste einen anderen Standort haben, an dem das Publikum dem ökologischen Gedanken positiver gegenüber steht.“ Er verkauft auch auf dem Wochenmarkt am Blücherplatz und dem Exerzierplatz. „Dort läuft es deutlich besser.“ Auch die vielen Sonderveranstaltungen auf dem Asmus-Bremer-Platz, etwa zur Kieler Woche, sehen die beiden Händler kritisch. „Dann muss der Markt verlegt werden oder er fällt aus. Das ist nicht gut für einen Wochenmarkt, der braucht Kontinuität“, sagt Schlüter. Beide üben auch Kritik an der Stadt, sie hätten sich mehr Unterstützung von der Verwaltung gewünscht. „Viele wissen ja gar nicht, dass das hier ein Wochenmarkt ist. Ein Aufsteller hätte da geholfen und auch ein Parkverbot für andere Autos und Lieferwagen auf dem Platz“, sagt Austen. Beide Händler wünschten sich auch mehr Werbung und Hinweise auf den Markt.

 In der Verwaltung sei der schrumpfende Ökomarkt schon länger ein Thema, heißt es von der Stadt. „Die Mitarbeiter des Abteilung Marktwesen bemühen sich laufend und intensiv darum, zertifizierte Händler für den Ökomarkt zu finden, hatten aber zuletzt keinen Erfolg mehr“, sagt Joachim Kläschen, Sprecher der Landeshauptstadt. Ein anderer Standort für den Ökomarkt sei derzeit aber nicht im Gespräch, auch weil es kaum geeignete Flächen gebe.

 Malte Schlüter wird nun freitags alleine auf den Asmus-Bremer-Platz kommen, ob er weitermacht, überlegt aber auch er. „So kann das aber nicht weitergehen, auch aus betrieblicher Sicht. Und ein Öko-Markt mit einem Stand ist auch nicht gerade attraktiv.“

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