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Kiel Das Kieler Arsenal meldet sich zurück
Kiel Das Kieler Arsenal meldet sich zurück
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06:34 20.08.2019
Von Frank Behling
Das Marinearsenal in Kiel: In die großen Backsteingebäude zieht jetzt langsam wieder Leben ein, darunter auch die neue Ausbildungswerkstatt. Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

Es riecht noch etwas nach Farbe, und Umzugskartons sind dezent in den Räumen im Gebäude 94 verteilt. Noch in diesem Herbst beginnt dort das Auswahlverfahren für den ersten Jahrgang. „Wir bereiten uns jetzt auf die Erteilung der Ausbildungbefähigung durch die IHK vor“, sagt Rainer Sacher vom Marinearsenal aus Wilhelmshaven. An der Jade ist die Zentrale des Arsenalbetriebs für die Marine.

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44 neue Dienstposten werden in Kiel geschaffen

Die Kieler Außenstelle des Arsenals war zwar offiziell am 31. Dezember 2015 geschlossen worden – so die offizielle Sprechweise. Gleichwohl ging der Betrieb weiter. Mehr als 50 Mitarbeiter sind weiter für die technische Betreuung für die U-Boote und Minenabwehrfahrzeuge zuständig. Hinzu kommen Dienstposten für die aufgelegten Marineeinheiten und die Hafenanlagen. Die offizielle Kehrtwende erfolgte mit der Entscheidung zum Bau von fünf weiteren Korvetten. Im Juli 2018 fiel deshalb im Verteidigungsministerium die Entscheidung, das Arsenal in Kiel weiter zu verstärken. „Die neuen Korvetten werden im Arsenalbetrieb Kiel betreut. Dafür werden hier in Kiel weitere 44 neue Dienstposten geschaffen“, so Sacher.

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Azubis mit guten Chancen auf Jobgarantie

Der Aufbau neuer Dienstposten ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist das Alter des heutigen Arsenalpersonals. „Wir stehen da vor großen Herausforderungen in der Zukunft. Etwa zwei Drittel der zivilen Mitarbeiter gehen in den nächsten Jahren mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand“, sagt Torsten Löhnsdorf, Personalleiter beim Bundeswehrdienstleistungszentrum.

Die Geschichte des Arsenals

Am 23. Mai 1867 traf König Wilhelm I den Auftrag bei Ellerbek am Ostufer zum Bau des neuen Hauptkriegshafens. Das Gelände wurde durch Enteignung in Besitz genommen. Im gleichen Jahr wurde Kiel Reichskriegshafen des Norddeutschen Bundes. 1868 wurde auch die benachbarte Werft von Georg Howaldt übernommen. Fast zehn Jahre dauerte es, bis dort 61 Hektar Fläche und 1000 Meter Kaikante bereitstanden. Es folgten in den Jahren danach Docks, Schwerlastkräne und weitere Hallen. Um 1900 waren es bereits über 100 Hektar mit 7500 Mitarbeitern. im Zweiten Weltkrieg war die Marinewerft eines der Hauptziele bei den alliierten Bombenangriffen. Teile der Hafenbecken wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trümmerschutt gefüllt und begrünt. Es wird vermutet, dass dort noch Kampfmittel in gewaltigen Mengen im Boden lagern. 1956 wurde das Marinearsenal Kiel dann neu gegründet. 1960 startete die erste Ausbildungswerkstatt mit 30 Lehrlingen.

Diese demografische Herausforderung war auch die Triebfeder für die Wiedereröffnung der erst 2016 geschlossenen Ausbildungswerkstatt im Marinearsenal. Die Absolventen können sich freuen: Die Auszubildenden dürften nach der Prüfung sehr gute Chancen haben, in den Arsenalbetrieb übernommen zu werden.

Jens Straßenburg ist Leiter der Ausbildungswerkstatt 

Am 1. September 2020 werden die ersten 24 Azubis ihre Ausbildung beginnen. Bewerben können sich Schüler aber erst nach der Abnahme der Werkstatt durch die IHK. Gleich danach sollen auf dem Karriere-Portal der Bundeswehr die Stellen ausgeschrieben werden.

Leiter der Ausbildungswerkstatt ist Jens Straßenburg, der mit seinem Team jetzt die Inbetriebnahme vorbereitet. Im ersten Stock werden zukünftig unter der Leitung von Eyreen Steusloff und Michael Gnutzmann pro Jahrgang zwölf junge Schulabgänger zu Industriemechanikern ausgebildet. Im zweiten Stock wird Ausbildungsmeister Hendrick Hahn zusammen mit einem noch folgenden Kollegen die Ausbildung der zwölf Elektroniker für Geräte und Systeme leiten. Steusloff und Gnutzmann hatten diese Leitung auch schon bis 2016 inne. Nach der Schließung des Betriebs waren sie beide auf Dienstposten nach Neustadt und Eckernförde versetzt worden. Als jetzt die Entscheidung für die Wiedereröffnung der Ausbildungswerkstatt kam, rückten beide wieder zurück ins Arsenal.

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