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Kiel Würdigung jüdischer Spitzensportler
Kiel Würdigung jüdischer Spitzensportler
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13:30 04.08.2019
Von Jürgen Küppers
Die ersten Sportler-Stelen stehen schon an der Kiellinie: Christian Meyer-Heidemann (Landesbeauftragter für politische Bildung), Annette Wiese-Krukowska (Kultur-Referatsleiterin der Stadt) und Eugen Gehlenborg (DFB-Kulturstiftung, v.li.) nahmen sie schon mal in Augenschein. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

 Durch die Open-Air-Ausstellung an der Kiellinie mit überlebensgroßen Foto-Stelen der Spitzensportler mit Infos zu ihrem Leben soll der bedeutende Anteil jüdischer Athletinnen und Athleten an der Entwicklung des modernen Sports gewürdigt werden.

Ein in der Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung“ vertretener Name steht ganz besonders für diese bis heute nachwirkende Entwicklung: Walther Bensemann. Er gründete 1920 nicht nur die Fußball-Zeitschrift „Kicker“.

Sogar dem DFB gab Bensemann seinen Namen

Zudem zählt der gebürtige Berliner (1873) sogar zu den Gründervätern des Deutschen Fußballbundes (DFB). Er war es auch, der auf der Gründungsversammlung im Leipziger „Mariengarten“ (1900) den Namensvorschlag „Deutscher Fußball-Bund“ machte und damit dem heutigen größten Einzelsportverband der Welt seinen Namen gab.

Doch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 bleibt Walther Bensemann nur die Flucht in die Schweiz. Dort stirbt er am 12. November 1934 mit nur 61 Jahren in Montreux.

Der DFB fördert die Ausstellung finanziell

„Solche unfassbaren Schicksale großer deutscher Sportler sind für viele Bürger heute völlig unbekannte Kapitel unserer Geschichte. Umso wichtiger ist es, diesen Aspekt in einer so niedrigschwelligen Ausstellung unter freiem Himmel zu beleuchten“, erklärte der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, die Unterstützung des Landes, die Wanderausstellung zu ihrer elften Station nach Kiel zu holen.

Auch der Vizechef der DFB-Kulturstiftung, die die Ausstellung finanziell fördert, hielt den Ausstellungsstandort in Rufweite zum Landtag für nahezu ideal. „Viele Flaneure werden dann eher zufällig auf das wichtige Thema aufmerksam gemacht, wozu Ausgrenzung und Diskriminierung führen kann“, betonte Eugen Gehlenborg.

Diskussion vertieft das Thema Diskriminierung

Um dieses Thema soll es Donnerstag (1. August) auch in einer Podiumsdiskussion zum Start der Ausstellung gehen (Beginn 18 Uhr im Schleswig-Holstein-Saal). Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Vortag von Dr. Bernd Bahro, Kurator der Ausstellung und Vorstandsmitglied des Zentrums deutsche Sportgeschichte e.V.

Danach diskutiert Bahro mit Bernd Küpperbusch (Vizepräsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein) sowie mit Joshua Vogel (Landesweite Informations- und Dokumentationsstelle Antisemitismus Schleswig-Holstein).

Aus Sicht von Eugen Gehlenborg eröffnet Diskussion und Ausstellung gleichermaßen eine Chance: „Dass das Thema Sport die Kraft hat, uns die Augen zu öffnen und unsere heutigen Freiheiten nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten.“

Ausführliche Biografien zu den jüdischen Sportlern stehen hier

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