Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Sorgenfreier Blick in die Zukunft
Kiel Sorgenfreier Blick in die Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 08.07.2019
Von Gunnar Müller
Der AvK, der Automobilclub von Kiel, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Heute ist er unter der Ägide von Jörg Sorgenfrei (rechts) vor allem ein Sportverein mit großer Kart-Mannschaft. Quelle: Gunnar Müller
Kiel

Nach einem Mitgliederschwund vor rund zehn Jahren wächst der Motorsportverein, der in seinen Hochzeiten mehr als 1000 Mitglieder zählte, wieder auf rund 160 Rennsportbegeisterte an.

Ein Jahr Arbeit in den Archiven

Die 50. Geburtstagsfeier wurde groß im Kieler Schloss gefeiert, Kiels damaliger Oberbürgermeister Günther Bantzer hielt die Festrede, das Streichquartett musizierte mit Kammersänger Heinz Hoppe. „Der AvK war damals schon etwas elitärer“, sagt Holger Möller. Der 69-Jährige spürte seit rund einem Jahr in den Archiven der Historie des Vereins nach. „Selbst nach dem Ersten Weltkrieg und mitten in der Wirtschaftskrise konnten die sich damals teure Fahrzeuge leisten.“ Nebenher boten sie auch für Kriegsgeschädigte Touren und Ausflüge an, kegelten, schossen und reisten – 1938 etwa für vier Wochen nach Afrika mit einem Schiff.

Anwohner fühlten sich zunehmend gestört

„Jahrzehntelang war es auch kein Problem, mitten in der Stadt auf freien Parkflächen zu üben, die Polizei sperrte dann die Straßen ab“, so Möller. Auch auf dem Norder fanden jahrzehntelang Grasbahnrennen statt. Doch nach der Hochzeit des Rallyesports sei es dann aber ab den 1980er-Jahren zunehmend schwieriger geworden. Der Rennsport geriet in Verruf. Anwohner hatten sich zunehmend gestört gefühlt von den 3 PS starken Motoren der Karts, auf die sich der Verein konzentrierte. „Heute dürfte der Umweltaspekt nicht mehr die Rolle spielen – wir sind zertifiziert umweltfreundlich.“ Teilweise fahre man seit den 80er-Jahren mit Elektro-Karts. Aber: All das nützte nichts. Nach der Jahrtausendwende war der Verein im Niedergang, nur noch wenige Dutzend Mitglieder gehörten ihm an.

Asphaltierte Strecke in Reesdorf zum Trainieren

Dann aber übernahm 2012 Jörg Sorgenfrei vom Konkurrenzverein MSC Nordmark die Regie und trat mit einigen Mitstreitern über, um die Auflösung des Traditionsvereins AvK zu verhindern. „Wir gingen dann voll in den Sportbereich“, erklärt Sorgenfrei. Und das ziemlich erfolgreich: Mehr als ein Drittel der schleswig-holsteinischen Fahrer ist im AvK organisiert – und natürlich die Besten, so der Vorsitzende. Inzwischen aber nutzen die Fahrer zum Training eine asphaltierte Strecke in Reesdorf, rund 20 Kilometer vor Kiel gelegen. „Zur Gemeinde haben wir inzwischen gute Beziehungen“, sagt der Kieler, nachdem es in der Anfangsphase hier Bedenken wegen des Lärms gab.

Auch mit Autos – der AvK hat zwei vereinseigene – werde Slalom auf hohem Niveau gefahren, erklärt Gaby Sorgenfrei, die Schriftführerin des AvK. Noch niedriger über dem Asphalt sitzen die Piloten in den Karts, die in Reesdorf zweimal wöchentlich durch den Parcours fahren. Die Jüngsten sind dabei gerade einmal sechs Jahre alt. „Beim Motorsport steht und fällt die Jugendarbeit auch mit den Eltern“, sagt Möller. Denn deren Engagement sei dort besonders wichtig. „Abgeben und nach dem Training wieder abholen geht da einfach nicht.“

Eine Oldtimersparte ist in der Überlegung

„Wir haben auch einige Mitglieder mit Oldtimern – da müssen wir mal gucken, ob wir noch eine Oldtimersparte aufmachen“, sagt Jörg Sorgenfrei. Und Ehefrau Gaby ergänzt: „Und vielleicht auch eine Fahrradsparte, gerade jetzt, wo es auch so viele E-Bikes gibt.“ Und in der Winterpause, wenn die Karts in der Scheune geparkt werden, treffen sich die Mitglieder zum Sport in der Halle. In Form bleiben für die Pilotensitze.

Nun also feiert der Kieler Traditionsverein, der wie kaum ein anderer Motorsportverein auf 100 Jahre zurückblicken kann, weitestgehend unter sich. Ohne großen Empfang im Kieler Schloss, ohne salbungsvolle Worte eines Kieler Oberbürgermeisters. Aber mit der Zuversicht, auch weiterhin Sport und Tradition unter einem Dach zu vereinen.

Mehr über Kiel lesen Sie hier

Kiel THW übte den Ernstfall - Durch die Wand zum Dummy

Gasexplosion im Wohnviertel und inmitten der eingestürzten Hausteile eine Person, die sich nicht bewegen kann. So sah das Szenario aus, mit dem ein THW-Team den Ernstfall übte. Dafür hatten die neun Helfer eine ideale Kulisse: 55 leerstehende Wohnungen in der Neuenrade 11 bis 19.

Karina Dreyer 08.07.2019
Kiel Fußball-Regionalliga - Holstein Kiel II im Trainingslager

Vier Tage weilte Regionalligist Holstein Kiel II im Trainingslager in Willingen. Die Kernthemen: Teambuilding und Spielpraxis gegen spielstarke Gegner. „Beides ist aufgegangen. Die Bedingungen waren hervorragend. Wir sind einen Schritt weiter gekommen“, resümierte KSV-Coach Ole Werner abschließend.

Jan-Phillip Wottge 08.07.2019
Kiel Historischer Kulturort - Kieler Klosterverein droht das Aus

Der Kieler Klosterverein kümmert sich ehrenamtlich um das Kloster, veranstaltet dort Konzerte oder Führungen. Doch dem historischen Kulturort droht das Aus. Der Grund: Ab 2020 verlangt das Landeskirchenamt für die Räumlichkeiten Miete vom Klosterverein, die dieser nicht aufbringen kann.

Steffen Müller 08.07.2019