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Kiel Old School im besten Sinne
Kiel Old School im besten Sinne
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10:39 09.06.2019
Von Thomas Richter
Machte mordsmäßig Spaß: Axel Rudi Pell mit seiner enorm schlagkräftigen Band in der Pumpe Kiel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Der Bochumer Gitarrist Axel Rudi Pell kam mit grundsolidem und mitreissenden Heavy Metal in die Kieler Pumpe.

Der erste Eindruck

Der nimmermüde Axel Rudi Pell, Ex-Mitglied der weniger gewichtigen 80er Jahre Metaller „Steeler“, greift auf seinen bisher siebzehn Studio-Alben unter eigenem Namen unverhohlen, unverdrossen, unverkrampft, mit viel Feuer und exzellenter spielerischer Qualität in den Heavy-Rock-Fundus der 70er- und frühen 80er-Jahre. Insbesondere der ausladende, aber fein ausbuchstabierte Rock, den Deep Purple Saitenhengst Ritchie Blackmore mit seiner eigenen Band Rainbow fertigte, hat es Axel Rudi Pell angetan.

Die Musik

Schon der Support hatte es in sich: mit den „Praying Mantis“ richtete eine Band an, die vor mehr als vierzig Jahren einst gemeinsam mit Mega-Bands wie Iron Maiden die sogenante New Wave Of British Heavy Metal lostrat und nach vielen Irrungen und Wirrungen vor einem Jahr ein neues Album („Gravity“) auf den Markt brachte. Für Fans sicher ein frühes Highlight des Abends.

Axel Rudi Pell zeigt bei seiner Werkschau, dass er sich und der Musik seiner Helden treu war und wohl immer treu bleiben wird. Vom Opener „The Wild And The Young“ über Kracher wie „Only The Strong Will Survive“ oder „Long Live Rock“ bis zum Klassiker „Rock The Nation“ entlockt er seiner Fender Stratocaster extrem einprägsame Riffs traditioneller Fasson und oft lange, technisch hoch versierte, gerne auch mal „jaulende“ Soli.

Zur Seite steht dem Gitarristen eine enorm schlagkräftige Band mit dem fabelhaften Sänger und Entertainer Johnny Gioeli, Drummer Bobby Rondinelli (großartiges Solo bei „Mystica“), Keyboarder Ferdy Doernberg (großartiges Solo bei „Game Of Sins“) und der fantastisch groovende Bassist Volker Krawczak.

Das Publikum

Man ist versucht, dem Titel des Tracks „The Young And The Wild“ noch die Zeile „...And The Best Agers“ hinzufügen. Jedenfalls war das begeisterte Publikum altersmäßig gut durchmischt und formierte sich zu einer dunkel gewandeten, aber fröhlich feiernden Rock 'N' Roll Gemeinde.  

Was in Erinnerung bleibt

In der Musik ist es wie bei so vielen schönen Dingen. Meistens hat sie Bestand, wenn sie aus gutem Holz geschnitzt ist. Stilistisch stützen sich Axel Rudi Pell und seine Mannen auf einen vergleichsweise klar definierten Bereich der mittlerweile bis in die feinsten Verästelungen ausdefinierten Spielarten des Metal.

Weil das auf handwerklich absolut untadeligen Niveau passiert, war dies ein Old School-Gig im besten Sinne und machte mordsmäßig Spaß.

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