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Kiel Polizei behält Rocker im Visier
Kiel Polizei behält Rocker im Visier
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00:33 07.06.2014
Von Günter Schellhase
Die Bandidos treten seit dem Verbot der Hells Angels offensiver in Kiel auf. Quelle: Marius Becker/dpa
Kiel

Die etwa 50 Soul Reaper und andere Unterstützer hatten sich am Sonnabend in der Kneipe The Fat Mexican Sport Lounge getroffen. Auf der Internetseite wird mit Boxsport nur für Familien und Freunde geworben. Nach Informationen unserer Zeitung wird der Inhaber zum weiteren Umfeld der Bandidos gezählt. Nach Angaben der Polizei ist die Kneipe aber kein Vereinsheim. Etwa 30 Beamte kontrollierten die Mitglieder. „Es wurden zwei Messer und Pfefferspray im Rahmen der Gefahrenabwehr sichergestellt. Die Party ging von etwa 18 bis 22 Uhr. Es blieb ruhig“, sagte Kiels Polizeisprecher Matthias Arends.

Deutlich wird die Verbindung zu den Bandidos, weil der Name „The Fat Mexican“ das Synonym für die Rockergruppe ist. Querverweise findet man auf der Homepage ebenso wie Sympathiebekundungen. Viele Bandidos leben in Kiel und dem Umland. Seit dem Verbot der Hells Angels treten sie im Stadtbild offensiver auf. Ob sie ihre Finger nach Geschäftsfeldern wie Drogenhandel und Prostitution ausstrecken, ist unklar. Die erste Party in der Kneipe am 17. April lief unter dem Motto „The First Fight-Night“. Zu einer sportlichen Betätigung kam es aber nicht. Bis zu 80 Rocker und Sympathisanten waren anwesend und feierten in den Räumen – wie es heißt, völlig ohne Außenwirkung. Die Polizei war mit einer Hundertschaft in bis zu zehn Mannschaftswagen vor Ort. Auch hier stellten die Einsatzkräfte zwei Messer zur Gefahrenabwehr sicher. Auf der Straße hatten die Beamten Kontrollstellen eingerichtet: Wer zu der Feier wollte, musste sich ausweisen.

Auf der Homepage von „The Fat Mexican Sport Lounge“ finden sich zudem Hinweise zu den Chicanos-Kiel, die als Unterstützer der Bandidos gelten. Laut Internet sollen die Chicanos ein Clubhaus im Stadtteil Dietrichsdorf haben. Über die Soul Reaper gibt es dagegen kaum Informationen. Zu den Bandidos-Unterstützern zählen noch die Contras, die offensichtlich in Kiel nicht vertreten sind. Das Landeskriminalamt beobachtet die Szene: „Wir sind sehr sensibel und greifen bei Gesetzesverstößen sofort ein“, sagte Sprecher Stefan Jung.