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Kiel Baustoff boomt im Kieler Hafen
Kiel Baustoff boomt im Kieler Hafen
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07:00 24.02.2015
Von Frank Behling
 Im Scheerhafen wird mittlerweile doppelt so viel Split umgeschlagen wie vor zwei Jahren. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Baustellen auf den Autobahnen und Bundesstraßen nehmen immer größeren Raum ein, je näher das Frühjahr rückt. Bis 2019 wird die Autobahn 7 zwischen Hamburg und Bordesholm verbreitert. Bis November sind die Arbeiten für eine neue Fahrbahn auf der Bundesstraße 76 zwischen Kiel und Raisdorf geplant. Das sind nur zwei von etlichen Straßenbauprojekten, zu denen auch die Autobahn 21 zählt. Alle haben eins gemein: Für sie sind Tausende Tonnen Splitt notwendig. Ein Rohmaterial, das mit Schiffen aus Norwegen nach Kiel gebracht wird. Von hier aus geht es in die Asphaltmischwerke und auf die Baustellen.

 Mit der Zunahme des Bedarfs im Frühjahr rechnet ganz klar Gerhard Krentz von der Firma Mibau, die im Kieler Scheerhafen große Flächen auf der Nordmole gepachtet hat. Dort machte am Sonnabend der Massengutfrachter „Beltnes“ fest. Das 175 Meter lange und 26 Meter breite Schiff kam nach Auskunft von Krentz mit rund 30000 Tonnen Splitt aus Norwegen. Kiel ist der einzige Hafen an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, den das 2009 gebaute Schiff mit dem Tiefgang von über zehn Metern anlaufen kann.

 Für das Entladen der „Beltnes“ benötigte die Besatzung keine Kräne. Auf dem Frachter ist eine sogenannte Selbstlöschanlage installiert: Über ein Förderbandsystem und einen schwenkbaren Ausleger gelangte der Splitt auf die Kaiflächen. Inzwischen ist die „Beltnes“ schon wieder auf dem Weg zurück nach Norwegen, um die nächste Ladung Splitt zu holen. Der wachsende Baustoffbedarf lässt sich auch in der Bilanz des Seehafens ablesen. Der Massengut-Umschlag im Scheerhafen lag 2012 bei 167536 Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden dort 369352 Tonnen umgeschlagen – 352000 davon Baustoffe. Damit hat sich die Menge mehr als verdoppelt. 2013 mussten für den Baustoffumschlag die Stellflächen für Wohnmobile am Scheerhafen verkleinert werden. Und wer hier noch einen Stellplatz findet, wird auf die Arbeiten hingewiesen: „Wir sagen es auch jedem Kunden, dass der Umschlagsbetrieb früh beginnt“, sagt Michael Kmoch, der den Wohnmobilplatz samt Bistro und Ausstellungshalle betreibt. Er kann sich trotz der Geräuschkulisse nicht über mangelnde Nachfrage beklagen.