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Kiel Die Besten kommen aus dem Süden
Kiel Die Besten kommen aus dem Süden
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06:00 17.06.2019
Von Martin Geist
Lehrer Thorsten Müller und seine erfolgreichen Schüler Fabian von der Warth, Leo Jung, Saskia Francke und Tim Schneider (von links). Die 1000 Euro für die Klassenkasse der Jugendlichen des Lise-Meitner-Gmnasiums aus Maxdorf in der Nähe von Ludwigshafen sponserte der Kieler Unternehmer Knut Nicholas Krause. Quelle: Martin Geist
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Ungefähr 60 Schüler-Teams aus ganz Deutschland waren diesmal dabei beim mit vielen attraktiven Preisen bestückten Wettbewerb der pfiffigsten deutschen Nachwuchsprogrammierer. Taktische Raffinesse und Informatik-Talente mussten sie anhand eines Spiels ums Fressen und Gefressenwerden beweisen. Sie digitalisierten das Brettspiel Piranhas, in dem es darum geht, einen kompletten Schwarm aus eigenen Fischen zu bilden – und eben die gegnerischen Fische im Zweifel wegzufuttern. „Wir arbeiten mit einer Alpha-Beta-Logik mit einer Suchtiefe von drei.“ Solche Sätze fallen schon einmal, wenn die Jugendlichen, die aus Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen kommen, über ihren Software-Sport reden. Speziell die zitierten Worte sind wichtig, um eine Herausforderung zu beschreiben, vor der alle Teams standen: Die Programmierung muss umfassend und tiefgründig genug für erfolgreiche Spielzüge sein, darf aber nicht derart ausufern, dass wegen zu lange dauernder Rechenvorgänge das Zeitlimit überschritten wird.

Herderschule aus Rendsburg schaffte es ins Finale

Mit solchen Problemen haben sich auch Schulen aus der Region durchaus niveauvoll auseinandergesetzt. Die Teams der Kieler Max-Planck-Schule, vom Ernst-Barlach-Gymnasium und vom Regionalen Berufsbildungszentrum Wirtschaft schafften es allerdings nicht ins Finale der besten Acht. Wohl aber gelang das der Herderschule aus Rendsburg und der Oberschule zum Dom aus Lübeck, deren Tüftler sich jeweils über einen dritten beziehungsweise vierten Platz freuen durften. Zwei weitere Teams dieser Schulen erreichten jeweils einen fünften Platz. Die besten Norddeutschen schafften es derweil auf Platz zwei und kommen aus der Hermann-Tast-Schule in Husum

Die wertvollsten Preise sind die Stipendien

Während Platz vier mit 200 und der Sieg mit 1000 Euro für die Klassenkasse belohnt werden, stellen die Deutschland-Stipendien für herausragende einzelne Teilnehmer die wertvollsten Preise dar. Mindestens ein Jahr lang monatlich 300 Euro für ein Informatikstudium in Schleswig-Holstein erhalten jeweils vier Schüler der Oberschule zum Dom aus Lübeck und des Gymnasiums Bargteheide. Zwei Stipendien gehen ans Gymnasium Altenholz, ans Gymnasium Hohenwestedt und an die Herderschule in Rendsburg, ein weiteres an die Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf. Als „Top Teacher“ der Software Challenge, die seit 2004 alljährlich in Kiel ausgetragen wird, wurde außerdem Informatiklehrerin Johanna Schmidt aus Lübeck ausgezeichnet. Eine Zäsur gibt es jetzt an der Spitze dieses Wettbewerbs der hellen Köpfe. Prof. Manfred Schimmler ist jetzt Ruheständler und hört nach 15 Jahren auf, sein Nachfolger ist Prof. Andreas Mühling und steht ebenfalls im Dienst des Instituts für Informatik an der Uni Kiel. „Die Zukunft der Welt ist digital“, betonte Mühling in seiner kurzen Antrittsrede und forderte die Nachwuchstalente auf, ihre Potenziale auszuschöpfen. Dass die Software-Challenge einen wichtigen Beitrag dazu leistet, bestätigte Prof. Reinhard von Hanxleden, der Direktor des Instituts für Informatik: „Der Wettbewerb hat mehrere Tausend Jugendliche erreicht, und einige der besten Leute aus unserem Haus haben hier ihre Wurzeln.“

"Wir suchen Nachwuchs"

Auch Knut Nicholas Krause, Geschäftsführer der knk Business Software AG, hofft auf segensreiche Wirkungen der Software-Challenge. „Wir suchen Nachwuchs“, formuliert er das Hauptanliegen seiner Firma, die in Kiel knapp 200 Menschen beschäftigt und Weltmarktführer in Software für Medienunternehmen ist. Neben der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung ist die knk eine der wichtigsten Sponsorinnen dieses Wettbewerbs, den unter anderem auch die Provinzial unterstützt. Aus gutem Grund, denn etwa 200 der 900 Beschäftigten am Standort Kiel arbeiten in der IT-Abteilung, wie Felix Frank am Rande des Finales berichtete. Frank stieg 2011 über ein duales Studium bei der Versicherung ein und hält das für die bisher ziemlich beste Entscheidung seines Lebens.

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