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Kiel Beistand für verschleierte Studentin
Kiel Beistand für verschleierte Studentin
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10:43 25.02.2019
Von Bodo Stade
Weil Katharina K. einen Niqab, wie hier auf dem Foto abgebildet, getragen hat, wurde sie von einer Lehrveranstaltung an der Uni Kiel ausgeschlossen. Quelle: Peter Endig (dpa/Symbolbild)
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Kiel

Wie berichtet hatte das Präsidium eine Richtlinie erlassen, mit der es das Tragen eines Niqab (ein Gewand, das nur die Augen freilässt) in Lehrveranstaltungen untersagt hatte. Der offene Brief, der im Internet kursiert, wurde bereits jetzt von 200 Sympathisanten gezeichnet. Unklar bleibt, wer ihn ursprünglich verfasst hat.

Mindestvoraussetzung für Lehre sei nicht gewährleistet

Das Präsidium hatte mit der Richtlinie auf den Fall der Studentin Katharina K. reagiert, die mit einer Vollverschleierung an Vorlesungen teilgenommen hatte. In der Begründung für das Verbot hieß es im Kern, dass die „Mindestvoraussetzung“ für eine erfolgreicher Lehre eine offene Kommunikation sei, die nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern auch auf Mimik und Gestik beruhe. Katharina K. hatte bereits erklärt, dass sie sich gegen die Richtlinie wehren wolle. Sie fühlt sich in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt und kündigte an, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

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Kritik an der Argumentation des Präsidiums

Im offenen Brief erhält die zum Islam konvertierte Deutsche volle Rückendeckung. Die Argumentation des Präsidiums erscheine „widersprüchlich und wenig tragfähig“, heißt es darin. So gehöre ein verhülltes Gesicht bereits jetzt in zahlreichen Studiengängen „weitgehend zum Lehr- und Prüfungsgeschehen“. Als Beispiele werden unter anderem die Medizin- und Zahnmedizin genannt. Auch in Laboren oder während der Feldforschung, werde zum Teil auch bei Prüfungen ein Mund- und Kopfschutz getragen, „der lediglich die Augen frei lässt“.

Das Argument, dass während einer Prüfung klar sein müsse, mit wem man es zu tun habe, lassen die Kritiker des Präsidiums ebenfalls nicht gelten. So sehe ein hoher Prozentsatz der Lehrveranstaltungen schriftliche Prüfungsformen vor. „Sieht man die finale Prüfungsleistung der Studierenden als primären Ausweis erfolgreicher Lehre an, so spielen Mimik und Gestik hier also überhaupt keine Rolle“, heißt es in dem Brief. Dem „einzigen sachlichen Argument, auf dem die gesamte neue Richtlinie basiert, mangelt es also in gleich mehrfacher Hinsicht an Stichhaltigkeit“.

Günther will Verbot

Ob die Richtlinie vor Gericht bestehen würde, zweifeln auch Juristen an. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) macht sich deshalb für ein gesetzliches Verbot stark. In der Koalition ist das umstritten. Die Grünen haben bereits erklärt, dass ein Verbot mit ihnen nicht zu machen sei.

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