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Kiel Keine Fische mehr in der Disco
Kiel Keine Fische mehr in der Disco
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07:00 09.08.2017
Von Niklas Wieczorek
Findet Nemo: Im Nachtclub Ben Briggs in Kiel sind jetzt keine lebendigen Fische mehr zu sehen. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Vorstadt

Darüber, wie einmütig das vor sich ging, gibt es allerdings unterschiedliche Darstellungen.

 Laut Peta mussten die Fische laute Musik und Basstöne sowie Flackerlicht ertragen – außerdem klopften ständig Gäste an die Scheiben. „Fische gehören nicht in einen Nachtclub“, sagte Peta-Biologin Tanja Breining, „die Tiere waren enormem Stress ausgesetzt.“ Peta setzt sich generell für die Abschaffung von Aquarien ein, eine artgerechte Haltung sei in Gefangenschaft nicht möglich, betont deren Sprecherin Judith Stich. Im Fall Ben Briggs erläuterte Breining weiter: „Das Veterinäramt war sehr kooperativ, der Betreiber war aber nicht direkt begeistert.“ Peta bedankte sich daher ausdrücklich bei der städtischen Behörde.

 Hier beschrieb man allerdings zurückhaltender: „Grundsätzlich kann jeder, der der Meinung ist, einen Verstoß gegen den Tierschutz vorzufinden, eine Anzeige bei der Veterinärabteilung aufgeben“, sagte eine Sprecherin der Stadt. Es folgten „unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen“, wie auch in diesem Fall. „Der Besitzer des Nachtclubs Ben Briggs war von sich aus bereit, die Fische abzugeben und die Aquarienhaltung einzustellen.“

 Das bestätigte Jörn Dietz vom Ben Briggs: „Eine ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Sachbearbeiterin des Kieler Veterinäramts“ habe die Info überbracht, dass es „keine weitere Erlaubnis“ geben werde. „Innerhalb einer fairen Frist sollten wir das letzte verbliebene Aquarium abbauen.“ Seiner Ansicht nach waren die Fische fast 50 Jahre im Club und bei allen Vorgängern fester Bestandteil – zuletzt sei allerdings nur noch ein Becken mit Malawi-Barschen in Betrieb gewesen. Man hatte für diesen Sommer eine Sanierung vorgesehen. Die sei jetzt vom Tisch. Die Fische haben Clubgäste übernommen. Die Aquarien werden zu Schaukästen ausgebaut. Dietz sei „bereit, dem Tierschutz den Tribut zu zollen, den er verdient“.

 Er stellte aber auch klar, dass ihm Petas Öffentlichkeitsarbeit missfalle: Das Becken stehe nicht, wie behauptet, an der Tanzfläche im Flackerlicht, sondern im Keller, wo der Bass nicht allzu stark sei. Außerdem sei kein freundlicher Kontakt durch die Organisation erfolgt, sondern direkt der Weg über das Amt. Von dort hieß es auch: „Manchmal gehen sogar mehrere Anzeigen zu einem vermeintlichen Verstoß ein“, so die Stadt-Sprecherin. „Die meisten Anzeigen erweisen sich jedoch als haltlos.“ Drei bis vier Fälle unangebracht als Dekoration gehaltener Tiere melde Peta im Jahr deutschlandweit, so die Tierschützer.

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