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Kiel Ein Justus Frantz kommt selten allein
Kiel Ein Justus Frantz kommt selten allein
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16:42 07.11.2019
Von Oliver Stenzel
Justus hoch 2: Als Überraschungsgast hatte Justus Frantz seinen Sohn mitgebracht, der mit seinem Vater nicht nur den Nach-, sondern auch den Vornamen teilt. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Es gab eine Zeit, in der Justus Frantz nicht in die Aula der Kieler Gelehrtenschule (KGS) kam, um hier Musik zu machen, sondern um Theater zu spielen. Die Stücke der großen Griechen standen damals auf dem Programm, und selbstverständlich führte man sie in Originalsprache auf, erinnert sich der 75-Jährige, der am Mittwoch in sein altes Gymnasium heimgefunden hat. „Warst du denn dabei?“, fragt er forsch, als ein Gast vorschnell Zustimmung bekundet. Immerhin liegt Frantz’ eigenes Abitur weit über ein halbes Jahrhundert zurück.

Ein Stargast in der Aula

So kennt man den Mann mit der roten Brille, der an diesem Abend aus zweierlei Gründen in die Feldstraße gekommen ist. Zum einen reiht er sich als Stargast in die Reihe der Gratulanten ein, die der KGS im Rahmen ihrer 700-Jahr-Feierlichkeiten die Ehre erweisen. Zum anderen unterstützt er hier mit einem Benefizkonzert den Verein „Kiels gelehrtes Erbe“ und sein Vorhaben, vier im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte Statuen der antiken Philosophen Aristoteles, Platon, Solon und Hippokrates zu rekonstruieren und im Schlossgarten zu platzieren. Die dicht besetzte Aula belegt noch vor dem ersten Ton Erfolg auf ganzer Linie. Der Flügel ist gestimmt und das Programm verheißt ein „Best of Mozart, Beethoven & Chopin“. 

Sohn als Überraschungsgast

Wer Frantz kennt, der weiß, dass solche Annoncierungen nicht verbindlich zu verstehen sind. Dafür kann man sich bei seinen Konzerten stets darauf verlassen, ein „Best of Justus“ geboten zu bekommen, was bei diesem Recital sogar doppelt gilt. Denn als Überraschungsgast hat der Pianist seinen 2005 geborenen Sohn Justus Konstantin mitgebracht, der mit seinem Vater nicht nur den Namen, sondern auch die Leidenschaft für das Klavierspiel teilt. Zusammen bestreiten Justus der Ältere und Justus der Jüngere, wie man in altsprachlicher Tradition formulieren könnte, ein effektvolles Warm-up.

Statuen der vier Philosophen

Danach führt der Senior das Publikum im Plauderton in Ludwig van Beethovens Pathétique-Sonate ein und erinnert dabei an die seligen Zeiten, in denen er als Moderator der ZDF-Serie „Achtung, Klassik!“ Deutschlands E-Musik-Entertainer war. Im musikalischen Vollzug gibt er der imposanten Pianistenpranke sodann den Vorzug vor der Perfektion und unterstreicht so seine These, dass die Pathétique auch als rezeptfreies Antidepressivum wirken kann. Die Stimmung in der Aula ist allerdings ohnehin schon gehoben und steigt vor der Pause weiter durch eine wohl präparierte Theater-Performance. Die KGS-Schüler Sophie und Alexander begegnen darin im Kieler Schlosspark den zunächst verhüllten Statuen der vier Philosophen und erfahren von ihnen Details zu ihrer Biografie und dem Wirken ihres Gedankenguts bis in die Gegenwart hinein. Die kleine Glanzleistung am Rande des Konzerts mündet in einen Appell der Weisheitslehrer an das Publikum: „Sie können helfen, uns zu enthüllen!“

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