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Kiel Besuchereinbruch an der Hörn-Bühne
Kiel Besuchereinbruch an der Hörn-Bühne
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17:19 19.02.2014
Von Christian Hiersemenzel
50 Prozent weniger Besucher als erwartet kamen zur Kieler Woche an die Hörn-Bühne. Quelle: Boysen
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Kiel

Nein, er sei keineswegs enttäuscht, sagt Ahmad-Reza Zirakbash. „Wir haben an der Hörn-Bühne zwar nicht das Maximum erreicht, aber einen Etappensieg errungen.“ Zwar hätte der Platz bei den abendlichen Hauptkonzerten an die Hörn für 8000 Besucher gereicht, was an zehn Tagen eine maximale Kapazität von 80000 ergibt. „Tatsächlich hatten wir 35000.“

Finanziell sei der Kartenverkauf dennoch vorteilhaft gewesen – wenn man von null Euro Einnahmen zuvor ausgeht. „Jeder Container, jeder Polizeieinsatz verursacht Kosten. Das Geld dafür muss irgendwoher kommen.“

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Negativ bewertet der Veranstalter dagegen Sichtschutz und Zäune, die zu den Sicherheitsauflagen der Stadt gehören. „Stellen Sie sich ein privates Fest vor, bei dem der DJ hinter einer Mauer steht. Wie soll da Stimmung aufkommen?“ Auf diese Weise seien viele Besucher auch den kostenlosen Konzerten am späteren Abend fern geblieben.

Mit RSH hatte im vergangenen Jahr ein wichtiges Zugpferd sein Engagement aufgekündigt. Zirakbash bedauert den Bruch. „Die Werbung des Senders hat uns allen mit Sicherheit gefehlt. Bei der Kieler Woche ist es wie mit Coca Cola: Die Leute wissen zwar, dass es sie gibt. Aber sie müssen immer wieder darauf hingewiesen werden.“ Und Radio Hamburg, in diesem Jahr Medienpartner, werde in Husum und Flensburg kaum gehört.

Kehrt RSH 2013 zurück? „Natürlich sind wir immer bereit, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen“, sagte Sendersprecher Martin Hülsmann. „Aber für ein Ja oder Nein sind unsere Überlegungen noch nicht weit genug gediehen.“ 2011 hätten die Begrenzungen der Hörn-Fläche den Ausschlag für das Aus gegeben. Ob die Reventlouwiese eine Alternative sei? „Dort waren wir tatsächlich gern, können aber die Zeit nicht zurückdrehen.“ Insgesamt bekenne sich RSH zu einem: „Das größte Fest und der meistgehörte Sender im Norden gehören zusammen. Aber dann muss die Kombination von Fläche, Sicherheitsauflagen und unserem Anspruch an ein Top-Programm passen. Das war zuletzt nicht der Fall.“