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Kiel Vom „Spediteur“ sitzen gelassen
Kiel Vom „Spediteur“ sitzen gelassen
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20:00 26.03.2018
Von Thomas Geyer
Foto: Das Gericht stellte das Strafverfahren unter der Voraussetzung ein, dass der Angeklagte in den kommenden drei Monaten 1000 Euro in Raten als Wiedergutmachung an den Zeugen überweist. „Sonst sehen wir uns hier wieder“, kündigte die Vorsitzende an.
Das Gericht stellte das Strafverfahren unter der Voraussetzung ein, dass der Angeklagte in den kommenden drei Monaten 1000 Euro in Raten als Wiedergutmachung an den Zeugen überweist. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
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Der Angeklagte (40) saß schon mehrfach in Haft. Im Frühjahr 2016, sagt er, wollte er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin (36) eigentlich ein seriöses Unternehmen aufziehen. Doch der „Spediteur“ besaß weder einen Transporter noch den dafür nötigen Führerschein. Seine angebliche Firma hatte auch keine Steuernummer, als er sich auf die Annonce des Zeugen meldete, der eine neue Stelle in Mecklenburg-Vorpommern antreten wollte und daher den Umzug plante.

„Punkt neun Uhr war telefonisch verabredet“, erinnert sich der Zeuge an den 19. April 2016. „Alles war vorbereitet, dann kam plötzlich die E-Mail mit der Absage.“ Der Fahrer sei erkrankt, hieß es lapidar zur Begründung. Und: Das Geld werde selbstverständlich zurückerstattet. Doch auf seine 900 Euro wartete der Zeuge fast zwei Jahre lang vergeblich.

Jetzt darf das Opfer auf Rückzahlung hoffen: Das Gericht stellte das Strafverfahren gegen unter der Voraussetzung ein, dass er in den kommenden drei Monaten 1000 Euro in Raten als Wiedergutmachung an den Zeugen überweist. „Sonst sehen wir uns hier wieder“, kündigte die Vorsitzende an.

Gastronom hatte schweren Start bei seinem neuen Arbeitgeber

Wie der Gastronom am Rande des Prozesses erklärte, hatte er durch die Unzuverlässigkeit des Angeklagten noch mehr Geld verloren. So musste er unter dem Zeitdruck des geplatzten Umzugs eine deutlich höhere Summe in den Transport durch eine Ersatzspedition investieren. Zudem konnten nach seinen Angaben die damals vereinbarten Malerarbeiten in der alten Wohnung nicht wie geplant ausgeführt werden, weil die Räume noch vollstanden.

Seine neue Stelle in der gehobenen Schweriner Gastronomie trat der Zeuge mit Verspätung an. „Kein guter Start“, erinnert sich der Zeuge.

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