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Kiel Auto nach Hausbrand beschädigt
Kiel Auto nach Hausbrand beschädigt
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08:00 31.12.2018
Sonja Hansen mit ihrem verbeulten Opel Corsa. Die Schäden auf dem Dach ihres Autos durch die herabgestürzten Dachziegel deckt keine Versicherung.  Quelle: Frank Behling
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Kiel

Viele der Bewohner sind nach dem Brand inzwischen umgezogen. Auch Sonja Hansen hat eine neue Wohnung gefunden. Die vergangenen Wochen waren aber anstrengend, hektisch und auch nicht ganz frei von Frustration. Den ersten Schock bekam sie gleich am Tag des Brandes. „Wir konnten nur kurz in die Wohnungen. Die erste Nacht bin ich bei einem Freund untergekommen. Am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass die Wohnungen unbewohnbar sind und wir alle raus müssen“, erzählt sie. Vier Wochen hat sie danach in einem Hotelzimmer nahe der Uni gewohnt. Jetzt hat sie eine neue Wohnung am Südfriedhof. Die Kosten dafür haben Hausratversicherung und Gebäudeversicherung übernommen. „Das hat alles reibungslos funktioniert“, erzählt sie. 

Bei den Löscharbeiten wurde das Auto von Dachziegeln getroffen

Auf der Strecke blieb nur ihr kleiner Opel Corsa. „Der stand direkt vor dem Haus.“ Bei den Löscharbeiten wurde er dort von mehreren Dachziegeln getroffen. Die Beulen auf dem Dach sind gut sichtbar. „Ich war mir sicher, dass das auch schon irgendwie reguliert wird“, so Sonja Hansen. Den Schaden meldet sie zunächst ihrer Versicherung. Ein Gutachter kommt zu dem Schluss, dass die Reparatur 7801,47 Euro kosten wird. Der zehn Jahre alte Wagen wurde auf 5200 Euro geschätzt. Ergebnis: Wirtschaftlicher Totalschaden. Zuständig für die Regulierung ist aber niemand. Damit hat das Auto auf einmal nur noch einen Restwert von 1500 Euro. „Meine Teilkasko-Versicherung deckt diese Art von Schäden nicht und verwies mich an die Gebäudeversicherung“, sagt sie. Im Gegensatz zur Vollkasko-Versicherung sind bei Teilkasko-Verträgen diese Schäden nicht abgedeckt. 

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Keine Versicherung will für den Schaden aufkommen

Bei der Gebäudeversicherung des Brandhauses bekam sie auch einen Korb. Begründung: Der Schaden ist nicht direkt durch das Feuer verursacht worden. Der Anruf bei der Stadt Kiel bringt der Studentin aber auch nichts. Die Feuerwehr hat zur Gefahrenabwehr gehandelt und kommt auch nicht auf. Nur wenn die Einsatzkräfte grob fahrlässig handeln, würde die Stadt aufkommen. Sonja Hansen nimmt sich einen Anwalt. Aber auch der sieht nur geringe Chancen. Einziger Ausweg: „Wenn das Feuer durch Brandstiftung entstanden ist, könnte ich vom Brandstifter den Schaden ersetzt bekommen“, sagt Sonja Hansen. Die Ermittlungen der Polizei sind aber noch nicht abgeschlossen. Ob der Brandstifter später überhaupt in der Lage ist, zu zahlen, ist auch noch offen. 

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Von Behling Frank

Frank Behling 30.12.2018
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