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Kiel Freie Auswahl bei Lehrstellen in Kiel
Kiel Freie Auswahl bei Lehrstellen in Kiel
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16:53 30.10.2019
Von Jürgen Küppers
Auf der Werft Gebr. Friedrich konnte Fimenchefin Barbara Schöppl (Mitte) bislang noch alle Azubi-Stellen besetzen - zum Beispiel mit Lasse Hansen (re.) und Yigit Baki. Axel Sarnow (li.) von der IHK und Petra Eylander (3. v. li.) von der Arbeitsagentur erkundigten sich bei einem Rundgang bei Ausbildungsleiterin Katrin Birr (2. v. li.) über die aktuelle Ausbildungssituation des Unternehmens. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Aus Sicht von Agenturchefin Petra Eylander zeigen diese Zahlen: "Die Wünsche der jungen Menschen und die Angebote auf dem Markt sind leider nicht immer deckungsgleich." Und an diesem Missverhältnis haben aus Sicht der Agentur beide Seiten ihren Anteil.

Auf der Bewerberseite konzentrierten sich viele Jugendliche entweder auf höhere Schulabschlüsse oder nur auf eine handvoll Berufe, die sie oft aus Unkenntnis über Alternativen in Erwägung zögen. Deshalb werde und müsse die Arbeitsagentur ihre Beratungsangebote vor allem in Schulen deutlich verstärken.

Ausbildungsmarkt: Beide Seiten müssen Kompromisse machen

Denn nach wie vor glaubten viele Jugendliche, dass sie ein höherer Schulabschluss beruflich weiter bringen könne als der Beginn einer Ausbildung. Dabei sei oft das Gegenteil richtig: "Wer sich zwei Jahre durch Schule quälen muss, ist meist frustriert und damit dann leider kein voll motivierter Ausbildungsplatzbewerber mehr."

Auf der anderen Seite müssten aber auch Arbeitgeber Kompromisse bei der Auswahl ihres betrieblichen Nachwuchses eingehen. Die Entscheidung der Personalverantwortlichen falle dabei leider immer noch allzu oft "nach Aktenlage" aus, bei der Schulnoten den Ausschlag gäben.

Höhere Schulabschlüsse brigen nicht immer bessere Jobs

Damit wird aus Sicht von Petra Eyland jedoch auch allzuoft Chancen vertan, weil Jugendlichen damit keine Chance auf eine Entwicklung ihrer Fähigkeiten gegeben werde: "Künftige Fachkräfte muss man sich heranziehen. Andere Jugendliche, als die derzeit zur Verfügung stehen, haben wir nicht. Mit diesem Umstand werden Betriebe auch in den kommenden Jahren zurechtkommen müssen."

Die Folgen des Missverhältnisses von immer mehr Stellen, von denen trotzdem viele frei bleiben, bildet sich auch in den aktuellen Zahlen ab: 221 Lehrstellen blieben gegen Ende des Agentur-Jahresbilanz unbesetzt - immerhin 96 oder 30 Prozent weniger als Ende September 2018.

Lesen Sie auch: Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein zurückgegangen – niedrigster Stand seit 28 Jahren 

Jetzt bleiben auch Stellen in Top-Jobs in Kiel frei

Trotz des leichten Positivtrends zeigte sich die Agenturchefin damit nicht zufrieden. Denn in den Top-Zehn der frei gebliebenen Ausbildungsplätze fänden sich jetzt nicht nur die unter Jugendlichen bislang eher unbeliebten Jobs in der Gastronomie sowie im Bereich der Fachverkäufer für Back- oder Fleischwaren. "Jetzt bleiben auch bislang sehr stark nachgefragte Lehrstellen frei." Dazu zählten Kaufleute (Groß- und Einzelhandel), zahnmedizinische Fachangestellte oder Elektroniker.    

Deshalb rät Petra Eylander den Unternehmen, die Auswahlkriterien der Jugendlichen für ihre Berufswahl stärker zu berücksichtigen. Zum Beispiel flexible Arbeitszeitgestaltung und damit bessere Verknüpfung von Freizeit und Beruf sowie eine adäquate Bezahlung.

Auch interessant:Nur ein Ausbildungsplatz im ganzen Land 

Betriebe in Kiel müssen sich von Konkurrenz abheben

"Denn wer seine Ausbildungsstellen besetzen will, muss sich von der Konkurrenz abheben." Diese Selbstvermarktung sei nötig angesichts des Wandels von einem Bewerber- hin zu einem Stellenmarkt. Den Wandel unterstützen könne eine aktive Annäherung der Unternehmen an Jugendliche: zum Beispiel durch eine verstärkte Präsenz auf Jobmessen, Tage der offenen Tür oder Kooperationen mit Schulen.

Zu den erfreulichen Aspekten ihrer Bilanz zählte die Agenturchefin die im Vorjahresvergleich in etwa stabil gebliebene Zahl (1642) von Berufsberatungen mit erinem leichten Plus von 0,4 Prozent: "Das zeigt, dass die Berufsberatung trotz vieler Informationsquellen im Internet immer noch gefragt ist. Denn Stärken und Schwächen der Jugendlichen lassen sich nur im direkten Gespräch ermitteln. Und dies schafft dann eine gute Grundlage für eine Ausbildungsplatzwahl, die dann auch passt."

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