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Kiel Electro-Mash-Up mit Ferris MC
Kiel Electro-Mash-Up mit Ferris MC
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07:23 30.06.2019
Von Sebastian Ernst
Ferris MC, ehemaliges Deichkind-Mitglied, bei seinem Auftritt auf der Hörnbühne während der Kieler Woche. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Der erste Eindruck

Die Moderatorin stellte den Ex-Rapper Ferris MC mit seinem neuen Künstler-Alias Ferris Hilton vor. Dementsprechend hatte der Auftritt auf der Hörnbühne auch nur wenig mit Deutschrap oder Deichkind-Songs zu tun. Stattdessen gab es wummernde Bässe, aggressive Drops und Remixe von Popsongs auf die Ohren.

Das Programm

Dominiert wurde Ferris' Set von EDM-Hits wie "Chicken Soup" von Skrillex, "Waist Time" von Diplo und Autoerotique, "Sky and Sand" von Paul Kalkbrenner und "Riverside" von Sidney Sampson. Doch diese verknüpfte der DJ mit Evergreens wie "Behind Blue Eyes" von Limp Bizkit, einem Remix von Nirvanas "Smells Like Teen Spirit" und "Wonderwall" von Oasis. Aber auch aktuelle Rap- und Popsongs fanden ihren Weg ins Set. "Niggaz in Paris" von Kanye West und Jay-Z verschmolz mit dem Reggaetón-Sommerhit "Taki Taki"  von DJ Snake und mündete schließlich in einem tanzbaren Mash-Up. Genau wie "High Hopes" von Panic! at the Disco, "Gucci Gang" von US-Rapper Lil' Pump und Sidos "Fuffies im Club". Gerade diese Live-Remixe kamen gut beim Publikum an.

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Das Publikum

Der Großteil der Zuschauer ignorierten zunächst die sonnige Fläche direkt vor der Bühne und hielt sich lieber weiter hinten im Schatten auf. Doch mit der Zeit trauten sie sich weiter nach vorne. Es wurde vorsichtig getanzt. Eine wirkliche Chemie kam zwischen DJ und Zuschauern aber nicht auf. Vielleicht auch, weil Ferris die Interaktion mit dem Publikum auf Lippenbewegungen zu den Songtexten und Finger-Countdowns zum Drop beschränkte. Gefallen hat es Erik Friedel trotzdem. "Das war gute Musik. Da konnte man gut zu tanzen", sagte er. "Aber die Variation hat mir etwas gefehlt. Schade, dass er wenig Eigenes eingebaut hat. Eigene Samples wären cool gewesen. Die Remixe von den Popsangs fand ich aber richtig gut." Etwas kritischer war Cay Clasens: "Das war Musik für die Swipe-Generation. Kein Song wurde länger als 20 Sekunden gespielt. Außerdem hatte ich erwartet, dass Ferris MC auch mal selbst was rappt."

Was in Erinnerung bleibt

Die Frage an die Organisatoren, warum man ein DJ-Set für den frühen Abend (19 Uhr)ansetzt. Ferris MCs tanzbares Set hätte deutlich besser in die Nachtstunden gepasst. Im Dunkeln wäre auch die Lightshow effektiver gewesen. So war der unterhaltsame Mix aus Electro, House und Rap eher verschenkt. Das sieht auch Alida Gutwein so. "Ich hätte mir Ferris MC später gewünscht", sagte sie. "Dann hätten sich auch mehr Leute getraut, zu tanzen."

Mehr zur Kieler Woche finden Sie auf unserer Themenseite.

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