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Kiel So werden Blühwiesen gepflegt
Kiel So werden Blühwiesen gepflegt
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10:00 26.09.2019
Von Niklas Wieczorek
Auf der Dockshöhe in Kiel-Gaarden entsteht derzeit eine neue Blühwiese. Für das Projekt ist Anna-Margareta Bläse vom städtischen Grünflächenamt zuständig. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Genau genommen 222 von 494 Hektar Mähfläche in Kiel bewertet das Grünflächenamt als potenziellen Lebensraum. Seit mehr als zehn Jahren werde auf nicht genutzten großen Rasenflächen statt zehn- bis zwölfmal jährlich nur noch ein- bis zweimal das Grün gestutzt. Dabei handele es sich um ganze Anlagen wie die Schwarzlandwiese in Gaarden, aber auch schmale Streifen wie an der Edisonstraße in Wellsee. Wenn die Verkehrssicherheit es zulasse, verfahre das Grünflächenamt nach einem speziellen Prinzip.

Wie wird vorgegangen?

Neben vielen Straßen wird ein Meter-Streifen mehrmals jährlich gekürzt, so das Grünflächenamt. „Die dahinterliegenden Flächen werden dagegen nur einmal jährlich im Herbst gemäht.“ Der Saum an der Grenze zwischen den beiden Flächen sei attraktiv für lichtliebende Pflanzenarten.

„Die mit Narzissen und Krokussen bepflanzten Flächen werden erst spät im Jahr, ab Juni, gemäht“, so das Amt weiter. Wildwachsende Arten profitierten von diesem späten Mähtermin.

Für Bienen werden dagegen spezielle Blühmischungen ausgesät oder Anlagen in Blühflächen umgewandelt wie im Schützenpark. Auch hier werde höchstens zweimal jährlich gemäht, aber anschließend geräumt. Die Stadt fördere damit nicht nur „Bienen und andere Insekten“, für die ein Übersichtsplan vorliege, sondern auch andere Tiere in solchen Lebensräumen.

Warum muss überhaupt gemäht werden?

Auch die schönste Blühwiese muss regelmäßig von Gehölz-Ansätzen befreit werden. Unerwünschte Pflanzen wie Giersch, Brennnessel und Brombeere könnten sich anderweitig ebenfalls festsetzen. So soll das „Verbuschen“ verhindert werden.

Des Weiteren wird häufig für Beobachter überraschend früh im Jahr gemäht: Doch das sei notwendig, um eine zweite Blüte im Spätsommer zu ermöglichen – gerade die sei für Insekten besonders wichtig, so das Grünflächenamt.

So ist der lehmige Boden im holsteinischen Hügelland sehr nährstoffreich, was diese zweite Blüte ermögliche – aber auch notwendig macht, das Mähgut zu entfernen, um nicht noch mehr Nährstoffe bereitzustellen.

Was ist mit den Pflanzen, die Obst tragen?

„Obst, Gemüse oder Getreide, das in öffentlichen Grünanlagen wächst, ist in der Regel für alle da“, teilt das Grünflächenamt mit. Sofern kein anderweitiges Schild darauf hinweist, könne sich daran bedient werden – allerdings sei Rücksicht auf andere Bürger zu nehmen, die auch ernten wollen. Und natürlich gelte, dabei keinesfalls irgendeine Pflanze zu beschädigen.

Wo entstehen in Kiel neue Blühwiesen?

Ganz aktuell haben gestern die Vorbereitungen für zwei Blühwiesen auf der Dockshöhe in Gaarden begonnen. Auf Initiative der Gerhard-Hauptmann-Grundschule entsteht auf zwei Flächen (1000 und 700 Quadratmeter) neuer Lebensraum für Insekten. Im Mai hat die Ratsversammlung außerdem beschlossen, dass alle 18 Ortsbeiräte jeweils eine Grünfläche in eine Blühwiese umwandeln lassen sollen. Die Vorschläge sollen aus den Bezirken selbst kommen und von Bürgern unterstützt werden. Jährlich will das Grünflächenamt sechs neue Wiesen anlegen – bis Ende Oktober werden die Vorschläge gesammelt, aus denen die Fachleute ein Gesamtkonzept zur Umsetzung erstellen. Unabhängig von diesen 18 Flächen prüft die Stadt parallel, ob bei der Pflege und Umgestaltung von Parks und Grünanlagen eine Blühwiese angelegt werden kann.

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