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Kiel In Kronsburg soll es blühen
Kiel In Kronsburg soll es blühen
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15:43 04.09.2019
Von Annette Göder
Sie wollen einen Teil der Wiese auf dem Kieser-Gelände zum Blühen bringen: Christian Müller von der Stiftung Naturschutz (links), die neue Klimaschutzmanagerin des HIP Wellsee Désirée Woinowski mit Zeichnungen von Kindern und Marco Outzen, Vorsitzender des Ortsbeirates Wellsee/Kronsburg/Rönne. Quelle: Annette Göder
Kiel

In den Tütchen aus dem Supermarkt oder Baumarkt sei in vielen Fällen Saatgut aus fremden Arten enthalten, die den vom Aussterben bedrohten Insektenarten nichts nützten, sagte Christian Müller von der Stiftung Naturschutz, der zugleich Mitglied im Ortsbeirat ist. Das Prinzip laute: Heimische Tierarten sind an heimische Pflanzenarten angepasst.

Daher rät der Experte eindringlich, „Regio-Saatgut“ zu verwenden, das im Internet oder möglicherweise bei Naturschutzorganisationen zu erhalten sei. „Die Gefahr ist unter anderem, dass nichtheimische Arten sich ausbreiten können, sodass die heimischen noch mehr verdrängt werden“, erklärte der Ökologe.

Blühwiesen anlegen in mehreren Schritten

Die einzelnen Schritte zum Erfolg: Im Februar oder im Herbst fräsen oder umgraben, einsäen, warten, mähen. „Man benötigt viel Geduld“, erläuterte Müller, der hauptberuflich bei der Stiftung Naturschutz im Flächenmanagement tätig ist. „Manchmal braucht es zwei bis drei Jahre, bis auch die langjährigen, heimischen Pflanzen durchkommen.“

Ein weiteres hilfreiches Motto: Lassen statt machen: Alle drei Wochen anstatt wöchentlich zu mähen bewirke, dass weniger Tiere getötet würden. Auf der Wiese sollte man zudem nicht alle Bereiche gleichzeitig abmähen. „Die Tiere, die ihr Lebensumfeld verloren haben, können dann in den anderen Abschnitt wandern.“ Es sei sinnvoll, Teilbereiche über Winter stehen zu lassen.

Überdüngung und Spritzmittel sind das Problem

Doch die Natur sich vollständig selbst zu überlassen, sei keine Option: „Die Landwirtschaft und die Gärten haben die Fläche geöffnet und den Artenreichtum ermöglicht. Sonst wäre hier überall dichter Wald“, sagte der Ökologe. Das Problem sieht er vor allem in der Überdüngung und Verwendung von Spritzmitteln.

Eine weitere, grundlegende Schwierigkeit: die gewachsene Einstellung vieler Bürger. „Es ist ein Konflikt: Die einen wollen, dass die Wiesen und Gärten schier und ordentlich aussehen, doch Blühwiesen, die für Insekten sinnvoll sind, machen eher einen wilden Eindruck.“ Der Experte wünscht sich gegenseitige Toleranz und Aufklärung.

Müller begrüßte das Projekt der Stadt, in den Ortsteilen Blühwiesen anzulegen. Der Ortsbeirat stellte gleich eine ganze Liste mit Vorschlägen zusammen, die das Grünflächenamt unter die Lupe nehmen soll. Einer der Orte ist ein Areal auf dem von Bäumen umgebenen Kieser-Gelände.

Klimaschutzmanagerin plant ein Projekt mit Kindern

Ein kleines Feld auf dem „Kieser“ möchte Désirée Woinowski, die neue Klimaschutzmanagerin des Vereins Handels- und Industriepark (HIP) Kiel-Wellsee, gern für ein Projekt mit den „Kronsbären“ nutzen, das sie vorstellte. Die Kinder der Betreuten Grundschule Kronsburg haben unter ihrer Regie für den „Ideenwettbewerb Kielregion“ Einfälle gesammelt, wie das Klima geschützt werden kann und diese aufgemalt.

„Sie haben zum Beispiel Blumen, Bäume und Nisthilfen gezeichnet“, berichtete Woinowski. Die Einsendung wurde prämiert, und die Jungen und Mädchen erhielten unter anderem Saatgut und Arbeitsgeräte. Die Gruppe möchte sich in den Herbstferien daranmachen, auf dem „Kieser“ eine kleine Blühwiese anzulegen und Insektennisthilfen zu bauen. „Außerdem wollen wir nach Eicheln Ausschau halten, die gekeimt haben, dann die kleinen Bäumchen aufziehen und nach Absprache bei Unternehmen des HIP vorbeibringen“, kündigte die Klimaschutzmanagerin an.

Der Ortsbeirat begrüßte das Projekt: „Es ist wichtig, dass schon Kinder an das Thema herangeführt werden“, sagte der Vorsitzende Marco Outzen.

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