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Kiel City-Grundstücke verlieren an Wert
Kiel City-Grundstücke verlieren an Wert
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19:11 06.06.2019
Von Steffen Müller
Der große Leerstand in der City sorgt dafür, dass die Grundstückspreise in der Innenstand fallen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Laut Gutachterausschuss sind die Maximalwerte für den Kauf eines Grundstücks in der Holstenstraße in den vergangenen zwei Jahren von 3000 auf 2500 Euro pro Quadratmeter gesunken, im Sophienhof von 3500 auf 3300. Grund ist der große Leerstand in der City.

Kiel eine Ausnahme in Deutschland

Dass der ehrenamtliche und politisch unabhängige Gutachterausschuss, der sich aus städtischen Angestellten, Juristen sowie Vertretern von Immobilienfirmen zusammensetzt, die Werte für Grundstücke in der Innenstadt senkt, ist unüblich. In den meisten anderen Städten, die mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, stagnierten die Preise, berichtet der Ausschussvorsitzende Wolfgang Plaga. "Wir gehören zu den Wenigen, die den Mut hatten, die Bodenrichtwerte abzusenken."

Steigung um 22 Prozent

Holstenstraße und Sophienhof bilden bei der Kaufpreisentwicklung allerdings eine Ausnahme. Denn auf ganz Kiel betrachtet, ziehen die Preise stark an. In der Holtenauer Straße, die sich immer mehr zur Einkaufsmeile entwickelt, sind die Bodenwerte deutlich gestiegen. An den Arkaden kostet der Quadratmeter im Schnitt 955 Euro, vor zwei Jahren waren es noch 660 Euro. Auch die Preise für den Kauf von Grundstücken für den individuellen Wohnungsbau (Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhaus) haben im Schnitt um 22 Prozent angezogen. Zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2018 wurden für 3,8 Millionen Euro unbebaute Grundstücke verkauft und für 210 Millionen Euro Flächen, auf denen bereits Gebäude standen.

Neumühlen-Dietrichsdorf am günstigsten

2017 und 2018 wurden 260 unbebaute Grundstücke mit individueller Wohnbebauung verkauft, der Durchschnittspreis pro Quadratmeter lag bei 265 Euro bei einer gemittelten Größe von 500 Quadratmetern. Die günstigsten Grundstücke gibt es in Neumühlen-Dietrichsdorf mit 195 Euro. Nicht mit eingerechnet ist Düsternbrook, da hier eine Flächenbegrenzung von 500 Quadratmeter nicht gilt. In dem Stadtteil wurden fünf Areale für durchschnittlich 890 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Im selben Zeitraum wurden für 259,5 Millionen Euro Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern (Geschosswohnungen) verkauft (unbebaut 47,5 Millionen, bebaut 212 Millionen). Auch hier sind die Preise im Schnitt um 22 Prozent gestiegen. Verkauft wurden 167 unbebaute Flächen, der Quadratmeter kostet im Schnitt 450 Euro. Mit jeweils 325 Euro kosten Wohnungsgrundstücke in Neumühlen-Dietrichsdorf und Moorsee am wenigsten.

Das bewirken Bodenrichtlinien

Die Bodenrichtlinien werden auf Grundlage von Kaufverträgen ermittelt. Sie sollen dazu beitragen, den Wert eines Grundstücks zu taxieren und somit bei Käufer und Verkäufer für Transparenz sorgen. Die Stadt Kiel ist gesetzlich dazu verpflichtet, alle zwei Jahre die durchschnittlichen Preise für Grundstücke feststellen zu lassen, auch die Käufer von Grundstücken sind angehalten, Auskunft zu geben, sobald sie von dem Gutachterausschuss kontaktiert werden. Die Ergebnisse der Kieler Bodenrichtwerte sind im Internet einsehbar unter www.gutachterausschuss-kiel.de

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