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Kiel Investoren stehen in den Startlöchern
Kiel Investoren stehen in den Startlöchern
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06:45 07.07.2016
Von Martina Drexler
Am Bootshafen rücken demnächst die Bagger an: Markthalle und ehemaliges C&A-Gebäude machen Platz für zwei Hotels, Gastronomie und Wohnungen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Etwa 50 Millionen Euro Investitionen könnte das gewaltige Neubauprojekt zwischen Andreas-Gayk- und Kaistraße, wie berichtet, nach sich ziehen. Die Deutsche Immobilien Entwicklungs GmbH als Eigentümerin des 6800 Quadratmeter großen Filet-Grundstücks im Herzen der Innenstadt gab bekannt, dass die Pächterin im Neubau an der Ecke Andreas-Gayk-Straße/Holstenbrücke die Drei-Sterne-Plus-Hotels der Marken Ibis Styles und Adagio access betreibt. Sie ergänzt das Angebot durch ein großflächiges Restaurant im Erdgeschoss nach ihrem selbst entwickelten Konzept unter dem Titel „Mike’s Urban Pub“. Im Frühjahr 2017 werden die Bauarbeiten beginnen. Die jungen und frischen Marken passten gut nach Kiel, erklärte Henning Laubinger, Geschäftsführer der Deutschen Immobilien Entwicklungs GmbH: „Sie sind familienfreundlich und durch ihren Apartment-Charakter auch auf längere Aufenthalte ihrer Gäste ausgerichtet.“

 Dieser Meinung ist auch Manfred Friedrich, Geschäftsführer der Success Hotel Group. Er setzt nicht nur darauf, dass die Hotels im Doppelpack mit unterschiedlichen Konzepten unter einem Dach das neue Areal entscheidend beleben, sondern auch Synergieeffekte bringen. Volkmar Pfaff vom Franchisepartner Relations AccorHotels erklärte, die Partnerschaft auszubauen: „Bis 2019 wird das Ibis Styles Kiel das elfte Hotel der Ibis-Familie und das Adagio Access das dritte der Aparthotels in Deutschland sein.“ Das Ibis Styles reklamiert für sich zwar keinen Luxus, aber auch kein Low Budget: Die neue Marke biete Familien wie Geschäftsreisenden 149 Zimmer mit hoher Qualität zu günstigen Preisen. Das Adagio access richtet sich mit 90 Zimmern an Reisende, die sich länger in Kiel aufhalten wollen.

 Die Deutsche Immobilien Entwicklungs GmbH, die bislang unter dem Namen Deutsche Immobilien AG firmierte, plant als Projektentwicklerin den Bau zeitgleich mit der Entwicklung des gesamten Quartiers. Bis Ende Juli 2016 läuft noch der Fassadenwettbewerb. Das neue Ensemble wird neben den beiden Hotels ein Wohngebäude an der Hafenstraße mit Platz für etwa 45 Wohnungen und Penthouses mit Blick auf die Kieler Förde bieten. Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern wird an der Ecke Andreas-Gayk-Straße/Holstenbrücke im Erdgeschoss Einzelhandel und Gastronomie einziehen. In den oberen Stockwerken sind 65 Wohneinheiten geplant, im Erdgeschoss 80 Garagenstellplätze für Besucher und Gäste des Quartiers. Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) begrüßte die Nachricht über den Pachtvertrag, da Kiel seit Jahren eine steigende touristische Nachfrage nach attraktiven und günstigen Hotels habe: „Das neue Bootshafen-Quartier wird das Kieler Zentrum gemeinsam mit dem neuen Kleinen Kiel-Kanal und der umgebauten Holstenbrücke deutlich aufwerten.“

 Auch angesichts so mancher bekannt gewordener Hotelpläne im selben Segment sind die Investoren optimistisch, weil sie über eine der besten Lagen in Kiel verfügten. Projektentwickler Florian Maas schwärmt von der „hervorragenden Zentralität, der tollen Wasserlage, den kurzen Wegen und der Nähe zu den Terminals“. Schöner könne man es kaum treffen.

Zuletzt fanden dort Flüchtlinge Unterkunft

Den leerstehende Teil des Gebäudekomplexes am Bootshafen will die Deutsche Immobilien Entwicklungs GmbH in den nächsten Monaten abreißen, um das Neubauprojekt starten zu können. In den leeren Räumen drängten sich zwischenzeitlich über mehrere Monate Flüchtlinge. Die Stadt mietete die frühere Markthalle für einen symbolischen Mietpreis von einem Euro an, um Transitflüchtlingen ab Oktober 2015 ein Nachtlager anbieten zu können. Als die Flüchtlingszahlen hochschnellten, nutzte die Stadt als Notmaßnahme auch das benachbarte ehemalige C&A-Gebäude. Die Notunterkünfte am Bootshafen wurden im Februar 2016 aufgelöst, als nur noch vereinzelt Flüchtlinge in Kiel ankamen.

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