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Kiel Bands und Sänger stehen Schlange
Kiel Bands und Sänger stehen Schlange
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19:00 22.05.2019
Von Petra Krause
Die Besucher des elften Bootshafensommers 2019 dürfen sich vom 19. Juli bis 24. August wieder auf mehr als 100 Künstler auf der schwimmenden Bühne freuen. Quelle: Kai Joachim Kokott
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Kiel

Für den elften Bootshafensommer vom 19. Juli bis 24. August haben sich mit 3000 Künstlern doppelt so viele beworben wie 2018. Verantwortlich für das Booking ist Nico Grimm. „Ich gucke mir wirklich fast alles an. Denn dazwischen sind auch Schätze“, sagt der 33-Jährige. Seine Vorauswahl von rund 250 Acts präsentierte er in kleiner Runde bei Kiel-Marketing. Es war eine lange Nacht mit Höhen und Tiefen.

3000 Bewerbungen sind ein neuer Rekord

Am Tisch sitzen neben Nico Grimm Kulturreferent Rainer Pasternak, Johannes Hesse von Kiel-Marketing und die KN-Reporterin. Vor allen liegen fünf DIN-A4-Bögen mit den Bands. Mit einem Kreuz wird festgehalten, wo man die Band sieht – nachmittags, abends oder spätabends als Hauptact. Dahinter die Spalte Bewertung für die Punktevergabe zwischen null und sechs: Eine 0 steht für „lieber aufhören, Musik zu machen“, eine 6 für „Starqualitäten“. Gegen 16.30 beginnt Nico Grimm, auf der großen Leinwand das erste Video der „Kapelle Herrenweide“ abzuspielen. Klingt schon mal gut. Aber das bleibt nicht so. Zum Glück warnt Grimm manchmal vor: „Ich hoffe, ihr habt alle eure Pillen genommen.“ Die nächste Gruppe ist sowohl optisch als auch akustisch eine ziemlich psychedelische Angelegenheit. Immer wieder gibt es aber auch die versprochenen Schätze. Das Singer-Songwriter-Duo Florishless aus Mannheim – insbesondere die Stimme von Paul Gerlinger – sorgt für allgemeine Euphorie. Die ist auch dringend nötig, denn es ist bereits 19.30 Uhr, und zwei Seiten sind erst abgearbeitet. Zeit für eine Flammkuchen-Stärkung.

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Beim ersten Bootshafensommer bewarben sich rund 200 Künstler auf 50 Plätze. Gleich im nächsten Jahr stieg die Zahl sprunghaft auf 600 an. Danach pendelte sie sich bei 1000 Bewerbern ein. In diesem Jahr stieg die Zahl der Bewerbungen auf 3000 – Rekord. Und das, „obwohl es nur eine Aufwandsentschädigung gibt“, so Hesse. Ende des Jahres kommt immer der offizielle Aufruf für das Folgejahr, auch wenn das Bewerbungsformular dauerhaft im Netz steht. Ziel ist es nach wie vor, Kieler Bands und Newcomern aus der Region eine Bühne zu bieten. Als Hauptacts in den Abendstunden kommen aber auch internationale Künstler infrage. „Eine Metal-Core-Schreiband aus München ist natürlich utopisch für uns“, erläutert Grimm.

Headliner für die Eröffnung steht schon fest

In diesem Jahr stehen bereits das Akustik-Gitarren-Duo „Opal Ocean“ als Headliner am Eröffnungsabend, die englische Band „Bare Jams“ und das Ostholsteinische Lutopia Orchester fest. Wieder dabei sind natürlich auch „The Beat goes on“, die zur traditionellen Ü60-Party aufspielen. Zum Finale am 24. August wird die Premiere der Sommeroper „Aida“ übertragen. Seit sieben Jahren fördert das Kulturamt die Veranstaltung. Das Programm hat sich kontinuierlich erweitert. „Der Bootshafensommer ist die tragende Säule des Kultursommers. Beide wachsen mehr und mehr zusammen“, sagt Rainer Pasternak. Die Stadt übernimmt diesmal offiziell das Titelsponsoring. 

Die Auswahl für die dritte Seite zieht sich wie Kaugummi. Nach 23 Titeln wieder ein Lichtblick mit „Lion O King“. Geboren in den Bergen Äthiopiens, aufgewachsen in Neapel und New York City, ist er mit seinem „Charm-Psych-Pop“ in der Welt zu Hause. Ein glatter Sechser mit Ausrufezeichen, ebenso wie das A-Cappella-Quartett „Männersache“ aus Osnabrück mit seinem 90er-Medley. Cool und frech rütteln sie alle wieder wach, während die Zeiger 21 Uhr anzeigen und die vierte Seite beginnt. 

Kriterium "Stört nicht beim Trinken"

Der Müdigkeit und Reizüberflutung wird mit konsequentem Herumalbern begegnet. Die Einteilung in gute und schlechte Acts wird schlichter. „Stört nicht beim Trinken“ oder „Stört beim Trinken“ ist das entscheidende Kriterium auf Seite vier. Für die letzte Seite reißen sich alle noch einmal zusammen. In den nächsten Wochen ist Nico Grimm wieder an der Reihe. Alle Künstler mit drei Punkten und mehr wandern in eine Excel-Tabelle und haben noch die Chance auf einen Auftritt. In den nächsten Wochen werden jetzt die einzelnen möglichen Termine mit den Bands abgestimmt und dann auf der Internetseite nach und nach veröffentlicht. Doch für heute ist erst einmal Schluss. Um 23.10 Uhr gehen die Lichter bei Kiel-Marketing aus. Alle freuen sich jetzt auf ein Feierabendbier ganz ohne musikalische Begleitung. 

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