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Kiel Einer der besten Tatort-Krimis
Kiel Einer der besten Tatort-Krimis
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00:17 26.01.2015
Von Bastian Modrow
Wie ein roter Faden ziehen sich die Einblicke in menschliche Abgründe durch den Kieler Tatort. Quelle: NDR/Christine Schröder
Kiel

Regisseur Christian Schwochow und Drehbuchautor Rolf Basedow fackeln nicht lange: Kaum ist der traditionelle Tatort-Vorspann abgelaufen, wird der Zuschauer Zeuge, wie ein junger Mann durchs Moor gezerrt wird. Im nächsten Moment schwingt eine Axt über dem leblosen Körper. Instinktiv will man die Augen schließen – zum Glück wird das Bild rechtzeitig abgeblendet. Dennoch bleibt dem Zuschauer eineinhalb Stunden lang kein Grauen erspart. Schon in der nächsten Einstellung sieht man den abgetrennten Kopf am Grund eines kleinen Flüsschens, unweit des fiktiven Dorfes Mundsforde.

"Tatort"-Kommissar Klaus Borowski ermittelt wieder in Kiel. Sein neuester Fall heißt "Borowski und der Himmel über Kiel"

Schnell stellt sich heraus: Bei dem Toten, von dem bis zum überraschenden Finale der Torso verschwunden bleibt, handelt es sich um den 20-jährigen Mike, der bis zu seinem Tod die höllische Droge Crystal Meth konsumiert hat. Die Spur der Ermittler führt rasch zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin Rita (gespielt von Elisa Schlott). Als Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) auf das Mädchen treffen, ist dieses gerade aus dem Drogenentzug zurück, wird aber schnell von ihrer Vergangenheit eingeholt, verfällt wieder der Sucht, wird von ihren ehemaligen Dealern vergewaltigt.

Derzeit wird der Kieler Tatort "Borowski und der Himmel über Kiel" in Möhnsen (Schleswig-Holstein) gedreht. Der Krimi wird im Herbst 2014 in der ARD gesendet.

Wie ein roter Faden ziehen sich die Einblicke in menschliche Abgründe durch diesen Tatort. Auf humoristische Momente zum Durchatmen wartet der Zuschauer vergeblich. Stattdessen wird er mitgerissen vom Sog der teuflischen Droge und muss mitansehen, wie Crystal Meth Menschen und Existenzen zerstört. Man fröstelt geradezu vorm heimischen Fernseher. Geschickt ist nahezu der gesamte Film in einen düsteren Blaufilter gehüllt worden, um die raue und kalte Handlung optisch noch zu verstärken. Und dieses dumpfe Gefühl bleibt – auch wenn der Mörder nach 90 Minuten längst gefunden ist und der Abspann läuft.

Borowski und der Himmel über Kiel“ ist – streng genommen – ein moderner Aufklärungsfilm über Drogen. Auf den imaginären erhobenen Zeigefinger und auf klassische Klischees haben die Verantwortlichen aber bewusst verzichtet. Handlung, Dialoge und Ensemble sind erstklassig – allen voran die 20-jährige Jungschauspielerin Elisa Schlott als Rita und „BorowskiAxel Milberg. Eindringlich und authentisch füllen beide ihre Rollen aus und lassen eine Sibel Kekilli einmal mehr in ihrer Rolle als Sarah Brandt sehr blass aussehen.

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