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Kiel Der Kieler Tatort ist diesmal Schleswig
Kiel Der Kieler Tatort ist diesmal Schleswig
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20:45 24.05.2015
Von Michael Kluth
Klaus Borowski und Sarah Brandt (Axel Milberg, Sibel Kekilli) untersuchen Vorfälle an der dänischen Schule in Schleswig. Quelle: dpa
Kiel

Es geht um einen Mord an der dänischen Schule in Schleswig, deren Schulleiter am Abend des Lucia-Festes angezündet wird und verbrennt. Was hat Borowskis Chef Roland Schladitz damit zu tun? Warum ist er Zeuge am Tatort? Warum zieht er seinen Kumpel Borowski nicht ins Vertrauen? Der Kommissar muss den Hintergrund der Tat, einen verheerenden Brand am gleichen Abend 1964 an gleicher Stelle, mühsam selbst herausfinden. Ein Kinderstreich – und ein Kindheitstrauma, das Schladitz fast 50 Jahre danach einholt.

 Nebenbei gibt es in dem Film wohldosiert ein bisschen Heimatkunde. Über die dänische Minderheit in Südschleswig. Über die skandinavische Sonnenwendfeier. Über die Unbeliebtheit von Ostflüchtlingen nach dem Krieg. Über die opulente Ausstattung überalimentierter dänischer Schulen im nördlichen Landesteil – mit Schülern, die der dänischen Minderheit gar nicht angehören.

 Vor allem aber gibt es einen klaren Fall, nüchtern erzählt, mit erstklassigen Schauspielern in norddeutsche Szene gesetzt. Wirres Zeug ist Borowskis Sache nicht, ebenso wenig wild ballernde Action oder übertriebener Klamauk. „Realismus ist für uns eine attraktive Größe“, sagt Hauptdarsteller Axel Milberg in einem Interview zum Krimi.

 Tragende Nebenrollen sind mit Hans Peter Hallwachs als pensionierter Brandermittler sowie mit Johanna Gastdorf als Schladitz’ Kinderfreundin Anja Jürgensen glänzend besetzt. Selbst Sibel Kekilli gewinnt als Borowskis Partnerin Sarah Brandt endlich etwas Statur.

 Die schönste Entdeckung des neuen Kieler Tatorts ist aber die süße Schwedin Lisa Werlinder als dänische Ermittlerin Einigsen. Kein Wunder, dass Borowski total auf sie abfährt.

Erstausstrahlung: 12.05.2013, Wiederholung: 24.05.2015