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Kiel Stippvisite mit vielen guten Beispielen
Kiel Stippvisite mit vielen guten Beispielen
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09:00 27.09.2017
Von Thomas Paterjey
Botschafter Abdallah S. Possi (Mitte) war zum zweiten Mal in Kiel. Bei seiner Tour begleiteten ihn Ingo Scheuse (UV Kiel, v.li.), Hans-Werner Tovar (Stadtpräsident), Jan Wulf-Schnabel (Institut für inklusive Bildung), Glenny Holdhof (schwedische Honorarkonsulin), Michaela Pries und Klaus Teske (beide Stiftung Drachensee).
Kiel

 Die Themen Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung sind dem 38-Jährigen ein Herzensanliegen.

Erster Termin für Abdallah S. Possi war das Institut für inklusive Bildung, das eine „angegliederte Einrichtung“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist. Menschen mit Behinderungen arbeiten hier als Bildungsfachkräfte wie selbstverständlich in der Campus-Welt – eine weltweit einmalige Institution. Geschäftsführer Jan Wulf-Schnabel zeigte dem Botschafter nicht nur die Räumlichkeiten, Possi ließ sich die konkrete Arbeit auch von den Mitarbeitern erklären.

Allein schon dieser erste Eindruck dürfte für den Diplomaten überaus spannend gewesen sein, zumal er selbst eine ansehnliche akademische Vita mit dem Schwerpunkt auf der rechtlichen Gleichstellung von Behinderten hat. Seine wissenschaftliche Karriere begann mit einem Jurastudium an der University of Dar es Salaam, in dessen Verlauf er sich immer stärker mit den Menschenrechten befasste. In den Jahren 2011 bis 2014 promovierte er zum Themenbereich Integration und Inklusion an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg.

Zurück in Tansania war er als stellvertretender Minister im Büro des Premierministers unter anderem für die Gleichstellung von Behinderten zuständig. Anfang des Jahres wurde er dann als Botschafter nach Berlin entsandt. Auch in dieser Funktion werde er das Thema Inklusion weiter offensiv ansprechen und seine Kontakte nutzen, um Menschen in dieser Hinsicht miteinander ins Gespräch zu bringen, sagte Possi und fügte hinzu: „Ausgrenzung ist zunächst einmal ein Problem in den Köpfen.“ Entsprechend misst er sämtlichen Vorhaben, die bei der Bildung ansetzen, einen großen Stellenwert bei: „Bildung und der technologische Fortschritt sind die Haupttriebkräfte für die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung.“ In seinem Land habe sich in den vergangenen Jahren in dieser Hinsicht schon einiges getan.

Doch inwieweit kann Tansania jetzt von den Kieler Erfahrungen lernen? Alle Beteiligten sind sich einig, dass es nicht darum geht, die Konzepte der Stiftung Drachensee eins zu eins zu übertragen – zu verschieden sind nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auch kulturell gebe es große Unterschiede. Aber man könne dennoch als gutes Beispiel fungieren, sagt Klaus Teske, Vorstand der Stiftung Drachensee, am Rande eines Mittagessens im Restaurant „Freistil“ im alten Lessingbad, einem der Integrationsbetriebe der Stiftung. Auch die Kultur-Werkstatt Artegrale in der Reventlouallee, das Unternehmen Kabeltechnik in der Frauenhoferstraße sowie das Transfair-Rechenzentrum am Kiel-Kanal, die allesamt zur Stiftung Drachensee gehören, besuchte der Gast aus Berlin am Dienstag.

Das eng getaktete Besuchsprogramm ist sozusagen die jüngste Frucht aus der Partnerschaft der Stadt Kiel mit der Region Moshi Rural am Fuße des Kilimandscharo, die offiziell seit 2013 besteht. Eingefädelt wurde der Besuch während der Kieler Woche maßgeblich über die CDU-Ratsfrau Michaela Pries. Traditionsgemäß lädt die Stadtspitze dann Delegationen aus den Partnerstädten ein. Gestern begleitete als kommunaler Repräsentant Stadtpräsident Hans-Werner Tovar den Botschafter, und auch die schwedische Honorarkonsulin Glenny Holdhof (geschäftsführende Gesellschafterin der Edur-Pumpenfabrik) und der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbands Kiel, Ingo Scheuse, gesellten sich dazu.

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