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Kiel Mieterin auf Bewährung verurteilt
Kiel Mieterin auf Bewährung verurteilt
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10:28 15.08.2019
Von Thomas Geyer
Mai 2014: Brandermittler machen sich für die Spurensicherung im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses bereit. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Der ursprünglich angeklagte Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung (Mindeststrafe: zwei Jahre) war nach dreimonatigem Indizienprozess auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft vom Tisch. Sie forderte zehn Monate auf Bewährung. Die Angeklagte hatte den mit psychischen Problemen begründeten Tatvorwurf zurückgewiesen. Ihr Verteidiger forderte Freispruch.

Angeklagte setzte Notruf ab

Doch das Schöffengericht sah es nach zwölftägiger Verhandlung als erwiesen an, dass die Angeklagte auf ihrer Terrasse und im Treppenhaus Feuer gelegt hatte. Zweifel blieben dem Gericht jedoch, ob damals auch Teile des Hauses brannten – Voraussetzung für den schwereren Tatvorwurf. Die Frau steht jetzt für zwei Jahre unter Bewährung

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Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hatte die Mieterin am frühen Morgen des 5. Mai 2014 selbst den Alarmruf abgesetzt. „Hier brennt das überall!“, rief sie in Panik am Telefon. Wie eine Aufzeichnung ihres Anrufs dokumentiert, fragte der Mann in der Notrufzentrale nach gefährdeten Personen im Haus. „Ja, auch Kinder“, teilte die Angeklagte mit und rief verzweifelt „Feuer, Feuer!“. 

Zwei Bewohnerinnen erlitten Rauchgasvergiftungen

Beim Eintreffen der Kieler Berufsfeuerwehr wenige Minuten später war das Feuer nach Zeugenaussagen jedoch schon „fast aus“. Zwei Brandherde wurden ermittelt – im stark verqualmten Treppenhaus und im frei zugänglichen Außenbereich des Mehrfamilienhauses. Dort wurden diverse Gegenstände angezündet. Ein paar brennende Gartenmöbel und ein angesengter Fensterrahmen reichten dem Gericht jedoch nicht als Nachweis einer vorsätzlichen Brandstiftung

Zwei Bewohnerinnen erlitten eine Rauchgasvergiftung. Weil der Fluchtweg über das Treppenhaus verqualmt war, evakuierte die Feuerwehr damals die meisten der rund 20 Bewohner mit Leitern über Fenster und Balkone. Mit einer Ausnahme konnten alle Mieter schon eine Stunde später in ihre Wohnungen zurück. Spuren von Brandbeschleuniger untermauerten den Verdacht auf Brandstiftung

Besonderes Aufsehen erregte der Fall, weil Anfang 2014 eine ganze Serie nächtlicher Brände in Kieler Mehrfamilienhäusern die Feuerwehr in Atem hielt und die Bevölkerung verunsicherte. Drei Monate vor dem jetzt verhandelten Fall hatten Unbekannte in zwei Häusern am Südfriedhof Feuer gelegt.

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