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Kiel Für die Explosion reichte Benzin
Kiel Für die Explosion reichte Benzin
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20:34 15.01.2016
Von Thomas Geyer
Foto: Bei dem Brand in der Feldstraße griff das Feuer auf den Dachstuhl über.
Bei dem Brand in der Feldstraße griff das Feuer auf den Dachstuhl über. Quelle: Sven Janssen (Archiv)
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Kiel

Fazit des LKA-Brandexperten: Die gewaltige Explosion, die gegen 3 Uhr morgens in Minutenschnelle eine Feuerwalze vom Imbiss im Erdgeschoss bis ins Dachgestühl hinauftrieb, lässt sich auch ohne zusätzliche Verbrennung von Propangas erklären. Am 1. Juli hatte der Gutachter Spuren am Tatort gesichert, das Gebäude vom Keller bis zum Dach untersucht und Proben entnommen.

Im Labor wurden später die sichergestellten Brandreste auf Bestandteile von Kraftstoff analysiert. Diese fanden sich in Fußbodenstücken des völlig ausgebrannten Imbisslokals, von dem das flammende Inferno ausging. Nach den Worten des Sachverständigen hätte die von den beiden jüngeren Angeklagten ins Spiel gebrachte Benzinmenge von etwa acht Litern „mehrfach ausgereicht“, um den beobachteten Effekt auszulösen.

Von Laien werde die Explosionskraft gasförmiger Brennstoffe oft unterschätzt, sagte Herdejürgen. Schon der Inhalt einer 125-Milliliter-Spraydose könne in einem kleineren Raum eine Explosion verursachen, der kaum eine Fensterscheibe standhalte. Im Fall des Brandes in der Feldstraße85 sprach der Sachverständige von einem typischen Verlauf.

Ein Brand in der Feldstraße 85 hat am Montagmorgen die Kieler Wehren in Atem gehalten. „Um 2.57 Uhr meldeten Anrufer mehrere Explosionen“, sagte Feuerwehrchef Thomas Hinz. Die Scherben der Scheiben des Imbisses im Erdgeschoss waren bis zur anderen Straßenseite geflogen. Über das Treppenhaus breitete sich das Feuer binnen weniger Minuten bis ins Dachgeschoss aus, wo die Flammen durchschlugen.

Ein zusätzlicher Gasaustritt sei zwar nicht auszuschließen, aber auch nicht zwingend Voraussetzung für die schnelle Verbreitung des Feuers gewesen. Am Tatort sollen, wie berichtet, vier Elf-Kilo-Propangasflaschen für den Gaststättenbetrieb gelagert worden sein. Ein Verteidiger der jüngeren Brandstifter mutmaßte, der inzwischen ebenfalls geständige Drahtzieher (42) habe ohne Absprache mit den beim Zünden erheblich verletzten Angeklagten Gas ausströmen lassen, um die Zerstörung des Lokals sicherzustellen.

Laut Gutachten wurde dort zwar eine thermisch stark beschädigte Gasflasche gefunden, deren Ventilverschluss eine halbe Drehung offen stand. Für den Experten ist dies aber kein Beweis für einen Missbrauch zur Brandbeschleunigung: Die Lockerung des Ventils sei auch durch die geschmolzene Dichtung zu erklären.

Holger Herdejürgen untersucht nach eigenen Angaben landesweit jährlich 300 bis 400 kleinere und größere Brände, darunter auch die Serie von Kellerbränden auf dem Kieler Ostufer. Die Dimensionen des Feldstraßenbrandes seien zum Glück ungewöhnlich. Aber der Altbaubestand in der Stadt berge durchaus Gefahren. Auch kleine Brände hätten ein hohes Eskalationspotenzial.

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