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Kiel Auch der Drahtzieher gesteht
Kiel Auch der Drahtzieher gesteht
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17:48 13.01.2016
Dramatische Szenen: Drei Stunden nach dem Kieler-Woche-Abschlussfeuerwerk wurden die Bewohner durch die Explosion aus dem Schlaf gerissen. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Diese sollen das Feuer auf sein Drängen hin gegen Zusage von je 1500 Euro Belohnung gelegt haben. Die 20- und 23-jährigen Ex-Praktikanten hatten zu Prozessbeginn erklärt, ihr Chef habe sie im Vorfeld genau angewiesen, wo und wie viel Benzin sie im Laden verschütten sollten. Dagegen bestreitet der in U-Haft sitzende Auftraggeber in einer von der Verteidigung verlesenen Erklärung, an der konkreten Planung des Tatablaufs beteiligt gewesen zu sein. Als Motiv räumt der Imbissbetreiber einen „kleinen Versicherungsbetrug“ ein. Man habe in dem Lokal, das wirtschaftlich ganz gut gelaufen sei, einen Einbruch vortäuschen wollen. Seine Behauptung: Nur ein paar Geräte sollten brennen, sonst nichts. An dem flammenden Inferno seien die Mitangeklagten schuld, die am Tatort viel zu viel Benzin verschüttet hätten. Diese widersprachen nachdrücklich seiner Darstellung.

Den Sachschaden an dem bis heute unbewohnten Gebäude, aus dem in jener Nacht 23 Menschen gerettet wurden, schätzte eine sachverständige Zeugin auf 1,3 bis 1,4 Millionen Euro inklusive der Abbruchs-, Sicherungs- und Entsorgungsarbeiten. Das gesamte Gebäude sei entkernt worden, sagte die Architektin.

Augenzeugen des Brandes aus den Nachbarhäusern, die drei Stunden nach dem Kieler-Woche-Abschlussfeuerwerk durch die Explosion aus dem Schlaf gerissen worden waren, schilderten vor Gericht dramatische Szenen. Mehrere Anwohner hatten sich um die geschockten Brandopfer gekümmert, die vor den Flammen teilweise barfuß und leicht bekleidet ins Freie geflüchtet waren.

Lokal steuerte auf Konkurs zu

Am gestrigen vierten Verhandlungstag gab eine leitende Kieler Kripobeamtin (56) Aufschluss über die finanziellen Verhältnisse des Angeklagten, der das Lokal im Februar 2014 übernommen hatte. Die Wirtschaftsexpertin hatte seine Buchführung geprüft. Das Ergebnis war niederschmetternd: Bei 2000 bis 3000 Euro Monatsumsatz steuerte das Lokal unaufhaltsam in den Konkurs. „Man hätte den Betrieb eigentlich aufgeben müssen“, folgerte die Zeugin. Der monatliche Gewinn habe die 100-Euro-Grenze kaum überschritten. Zu hoch waren die Fixkosten für 830 Euro Kaltmiete, Energieaufwand, Einkäufe und Fahrzeug. Bei einer Durchsuchung stellte die Polizei eine Bankforderung in Höhe von 6600 Euro sicher. Zudem lag eine Mahnung des Gerichtsvollziehers vor, der die Offenlegung des Finanzdesasters forderte. Mangels Liquidität habe der Angeklagte keinen Dispokredit gehabt. Für Juni 2015, den Monat der Tat, war er auch dem Vermieter erstmals die Pacht schuldig geblieben.

Fast schon kurios erscheint dabei, dass der Imbissbetreiber für seine Buchführung eine gelernte Buchhalterin beauftragt hatte, die ihren Job für 50 Euro im Monat mustergültig erledigte. Alle Quittungen, Belege und Konten lagen vor, so die Kripobeamtin. „Alles sauber sortiert und abgeheftet.“ Hätte die Buchhalterin den Angeklagten rechtzeitig vor dem drohenden Ruin warnen können? „So konkret hat sie nicht mit ihm gesprochen“, teilt die Wirtschaftskriminalistin mit. „Sie war ja keine Steuerberaterin.“ Bei der morgigen Fortsetzung des Prozesses will die Jugendstrafkammer das Gutachten des Brandsachverständigen hören.

Weder Fisch noch Fleisch, aber dafür jede Menge Gemüse. 20 angehende Köche aus dem zweiten Ausbildungslehrjahr kochten am Mittwoch im Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ 1) für 40 Erst- und Zweitklässler der Reventlouschule. Und das vegetarische Essen wurde von den Gästen knallhart bewertet.

Karina Dreyer 13.01.2016

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