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Kiel Brausebude kehrt an den Hafen zurück
Kiel Brausebude kehrt an den Hafen zurück
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07:00 18.08.2013
Von Susann Burwitz
Ein schönes Stück Geschichte: Museumsleiterin Doris Tillmann und Tischler Kolja Becker präsentieren die restaurierte Brausebude auf der Museumsbrücke vor dem Kieler Schifffahrtsmuseum. Quelle: Frank Peter
Kiel

Viel ist über die Bude in historischen Dokumenten nicht zu finden, sagt die Direktorin des Stadt- und Schifffahrtsmuseums Doris Tillmann. Der Bau wurde 1890 in Auftrag gegeben. Als Garten-Schankhalle sollte die Bude das Restaurant Seegarten, welches direkt auf dem heutigen Parkplatzgelände vor der Museumsbrücke stand, bereichern. Dessen Gäste sowie am Hafen flanierende Spaziergänger konnten sich hier eine Erfrischung gönnen.

 Den Namen Brausebude verdankt das Häuschen aber zum Großteil den Werftarbeitern, die täglich nach ihrer Arbeit mit der Fähre an einem der damals drei Anleger ankamen und in den Feierabend strömten. Statt einem kühlen Bier wurde mit Alkoholfreiem angestoßen, da der Alkoholkonsum unter der Bevölkerung zu dieser Zeit gesenkt werden sollte. Bis 1913 stand die Brausebude wahrscheinlich an ihrem Entstehungsort, dann wurde sie versetzt. Und zwar in einen privaten Garten in Kiel-Elmschenhagen. Fast 80 Jahre lang diente die Brausebude als Gartenlaube. 1992 schließlich wurde sie vom Stadt- und Schifffahrtsmuseum gekauft und für circa zwei Jahrzehnte im Museumsdepot in Wankendorf zwischengelagert.

 2012 entschied die Museumsleitung schließlich, der Brausebude wieder ihren alten Glanz zu verpassen. In Handarbeit wurde sie seit Februar in der Hoftischlerei restauriert. Die Aufarbeitung gestaltete sich oft schwierig, sagt Tischler Kolja Becker. Viele der noch erhaltenen Balken seien komplett marode gewesen und in der Vergangenheit teilweise schon notdürftig ausgebessert worden. Die Rückwand und der Dachstuhl mussten komplett ersetzt werden. Lärchen- und Eichenhölzer wurden dafür verwendet und die zahlreichen Verzierungen und Schnitzereien mit besonders viel Hingabe erneuert.