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Kiel Bredo-Werft will das Schiff als Pfand
Kiel Bredo-Werft will das Schiff als Pfand
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06:00 20.05.2019
Die „Gorch Fock“ im Bremerhavener Dock, hier noch mit gestellten Masten. Ob das Schiffwie geplant am 21. Juni das Schwimmdock verlassen wird, ist unklar. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die unsägliche Geschichte der „Gorch Fock“-Sanierung ist um ein Kapitel reicher. Streitpunkt sind offene Rechnungen der Bredo-Werft in Bremerhaven, bei der die insolvente Elsflether Werft für die Reparatur des Segelschulschiffs ein Schwimmdock angemietet hat. Wie der „Spiegel“ berichtet, fordert die Bredo-Werft 4,3 Millionen Euro vom Bund, andernfalls werde man die „Gorch Fock“ als Pfand einbehalten. Dem Vernehmen nach will die Werft das Ausdocken des Schiffes im Juni in Frage stellen, wenn das Geld nicht vom Verteidigungsministerium überwiesen wird. Dazu ist der Bund aber nicht bereit.

Bredo-Werft will die „Gorch Fock“ als Pfand

Bei Bredo scheint man entschlossen, die Drohung wahrzumachen. „Ohne Zahlung kein Ausdocken!“, heißt es in einem Schreiben, das von der Geschäftsführung an die Belegschaft der Bredo-Werft verschickt worden sein soll. Wenn es keine Lösung gebe, „dann stehen hier im Dock mehr als 500 Mitarbeiter und ihre Kinder, die verhindern, dass das Schiff ins Wasser kommt“, zitiert der „Spiegel“ einen Angestellten.

Unterstützung bekommt die Werft von Gewerkschaften und der SPD. Denn dass Bredo jetzt mit den Forderungen kommt, ist auf eine wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens zurückzuführen. Das Geld werde benötigt, um selbst zahlungsfähig zu bleiben. Die Werft stehe wegen der von der Elsflether Werft nicht beglichenen Rechnungen vor der Insolvenz, bestätigte am Sonnabend ein Sprecher des Bremer Wirtschaftssenators Martin Günthner (SPD). Auch die IG Metall hat auf die Verantwortung des Bundes für die Werftarbeiter in Elsfleth und Bremerhaven hingewiesen. Bezirksleiter Meinhard Geiken forderte, dass auf keinen Fall die Angestellten die Leidtragenden für die Verfehlungen des Werftmanagements sein dürften. Bei der Bredo-Werft direkt seien 500 Arbeitsplätze in Gefahr, bei Zulieferern und Subunternehmern rund 1000 Arbeitsplätze.

Verteidigungsministerium weigert sich bislang, auf die Forderung einzugehen

Günthner fordert das Verteidigungsministerium auf, aus Verantwortung für die Bredo-Werft drei Millionen Euro ohne Auflagen auszuzahlen. Das Ministerium wollte auf diesen Druck am Wochenende nicht reagieren. „Es wird am Montag eine Aussage vom Ministerium geben“, sagte ein Sprecher gestern. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte unmissverständlich klargestellt, dass es über die veranschlagten und bereits geleisteten Zahlungen keine weiteren Haushaltsmittel für die „Gorch Fock“ geben werde.

Die Bundeswehr hat bereits fast 70 Millionen Euro für Arbeiten an der „Gorch Fock“ an die Elsflether Werft gezahlt. Der Haken: Mit diesem Geld wurden nicht die Rechnungen der Unterlieferanten wie Bredo beglichen. Deshalb ist die Bredo-Werft auch einer der Hauptgläubiger der Elsflether Werft. Das bisherige Bundeswehr-Geld benötigt die Elsflether Werft, um trotz der Insolvenz zu überleben. Die jetzt bekannt gewordenen Forderungen der Bredo-Werft stammen noch aus dem vergangenen Jahr. Es sind Außenstände, die vor der Elsfleth-Insolvenz anfielen.

SegelschulschiffGorch Fock“ soll am 21. Juni ausgedockt werden

Der Bund sieht sich jedoch nicht in der Pflicht, die 4,3 Millionen Euro an Bredo zu zahlen. Ein internes Rechtsgutachten der Bundeswehr kommt zu dem Schluss, dass die Werft keine Ansprüche hat, da sie Generalunternehmer für den Auftrag die Elsflether Werft sei. Dass das Geld nicht beim Auftragnehmer der Elsflether Werft ankam, sei kein Verschulden der Bundeswehr. Wenn jetzt die Außenstände vom Bund übernommen würden, würden diese Arbeiten doppelt bezahlt. Die Bundeswehr setzt weiter darauf, dass der Rumpf der „Gorch Fock“ am 21. Juni ausgedockt werden kann, so wie mit dem neuen Management der Elsflether Werft vereinbart.

Was dann mit dem entkernten Rumpf der „Gorch Fock“ passiert, ist unklar. Ein Zeitplan und eine verlässliche Kostenkalkulation fehlt weiter. Bei der Marine gibt es keine klare Aussage auf die Frage, ob und wann die Bark in den Ausbildungsbetrieb zurückkehren soll.

Von Frank Behling und Steffen Müller

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