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Kiel Breite Zustimmung für den Baukomplex
Kiel Breite Zustimmung für den Baukomplex
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21:31 13.05.2016
Von Martina Drexler
Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) machte klar, dass es der Stadt „ein strukturelles Anliegen ist, die Gewerbebrache im Herzen der Stadt zu entwickeln.“ Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Die CDU meldete im Bauausschuss zwar große Bedenken gegen einige Eckpunkte einer Absichtserklärung an, wonach die Stadt Hauptmieterin des Neubaus auf dem Gelände der früheren KN-Druckerei werden könnte. Die Mehrheit von SPD, Grünen und SSW gab der Verwaltung jedoch grünes Licht, ein entsprechendes Papier mit dem Verlag zu unterzeichnen.

 Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) machte klar, dass es der Stadt „ein strukturelles Anliegen ist, die Gewerbebrache im Herzen der Stadt zu entwickeln.“ Damit begründete er, warum die Stadt sich bereit erklärt, sich an den Planungskosten zu beteiligen, indem sie zwei kleine, benachbarte Grundstücke einbringt. Wie berichtet, wollen die Kieler Nachrichten für 30 bis 40 Millionen Euro einen Wohn- und Bürokomplex errichten. Sollte der Mietpreis am Ende stimmen, biete das Projekt den großen Vorteil, „zwischen dem Alten und dem Neuen Rathaus“ dringend benötigte Räume anmieten zu können, hatte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer vor Wochen für die Zustimmung zur Absichtserklärung (Letter of Intent) geworben. Das Rathaus brauche Platz, um übers Stadtgebiet verstreut liegende Abteilungen zusammenzuführen, vor allem aber eine Lösung für das unter Raumnot leidende Stadtarchiv. Die sieht die Verwaltung in der Unterbringung des Archivs in der früheren Rotationshalle. Baudezernent Todeskino erinnerte daran, dass diese Idee schon lange verfolgt wurde: „Die Räumlichkeiten in der Halle sind gut geeignet.“ Zustimmung für die Pläne zur Rathauserweiterung kam aus den eigenen Reihen. Er sei hochzufrieden, sagte etwa Arne Stenger (Grüne).

 Einer städtebaulich hochwertigen Entwicklung einer Gewerbebrache direkt neben dem Rathaus will sich auch die CDU nicht verschließen: „Wir finden das Projekt gut“, meinte CDU-Ratsfrau Sigrid Schröter. Doch in einem von den Linken unterstützten Änderungsantrag forderte die Fraktion, die Vereinbarung in wesentlichen Punkten zu überarbeiten: Keine städtische Beteiligung an den Kosten der Planung und des Architekturwettbewerbs, keine Festlegung auf die künftige Nutzung. Rainer Kreutz (CDU) machte die Hauptkritik der CDU daran fest, dass die Stadt durch die Mitfinanzierung gegen das Gleichbehandlungsgebot gegenüber Investoren verstoße. Es liege im öffentlichen Interesse, dass die Gewerbebrache an einer solchen zentralen Stelle verschwinde, widersprach ihm Todeskino: „Unsere Grundstücke erfahren durch die Planung eine Wertsteigerung. Das Steuergeld wird sinnvoll verwendet.“ Es sei eine Chance, die Gestaltung mitzusteuern, ohne ein Risiko einzugehen, da die Stadt als Mieterin nur bei einem für sie akzeptablen Preis einsteige. SPD, Grüne und SSW lehnten den Änderungsantrag ab.

 Wann es mit dem Neubau losgehen könnte, ist noch offen. Erst wenn die Ratsversammlung im Juni zustimmt, könnte der Bau 2017 beginnen und, wenn alles nach Plan läuft, 2019 fertig sein.

In den geplanten Neubaugebieten im Kieler Süden soll ein deutlich höherer Anteil von öffentlich gefördertem Wohnraum geschaffen werden. Das hat der Bauausschuss am Donnerstag mit den Stimmen von SPD, Grünen, SSW und CDU beschlossen.

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