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Kiel Anderthalb Hektar wecken Begehrlichkeiten
Kiel Anderthalb Hektar wecken Begehrlichkeiten
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19:45 11.12.2015
Von Martina Drexler
Früher feierten die Briten im Yacht Club traditionell den Geburtstag der Queen. Die Stadt will das Areal, auf dem heute noch 20 bis 30 Menschen arbeiten, kaufen. Quelle: Frank Behling
Friedrichsort

An der Ausschreibung, betonte Bürgermeister Peter Todeskino, könne sich jeder beteiligen. Doch der Streit um die Nachnutzung schwelt bereits.

Das 1,5 Hektar große Areal, noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, weckt Begehrlichkeiten. Seit 70 Jahren nutzen die britischen Streitkräfte unter anderem die Bootshalle sowie ein Casino- und Bürogebäude für ihr Segelausbildungszentrum, das jedoch mit dem Saisonende 2016 geschlossen wird. Falls die Stadt trotz angespannter Haushaltslage das Grundstück kaufen kann, soll die Nachnutzung an einen Vorhabenträger übergeben und auf Grundlage von Erbpacht geregelt werden. Für die Stadt birgt das Grundstück die Chance, ein Sahnestück mit Südstrand, auch mit Blick auf das benachbarte MFG-5-Gelände, zu entwickeln.

 Jahrzehntelang war das Gelände für die Bevölkerung geschlossen. Das soll sich laut Konzept der Stadt ändern. Als Mindestvorgaben tauchen in der Vorlage eine öffentliche Wegeverbindung am Ufer samt Zugang zum Wasser sowie die Anbindung der Mole Stickenhörn an den Fuß- und Radweg am Schusterkrug auf. Doch auch der Punkt „die Verwirklichung eines musealen Bildungs- und Handwerkstandortes zum Thema Segelsport und Schiffsbau“ wird aufgeführt. Daran knüpft Wilfried Horns vom Freundeskreis „Klassische Yachten“ an, als er am Freitag ankündigte, dass sich der Freundeskreis mit dem Projekt „Zentrum Klassischer Yachtsport“ als Nachnutzer bewerben wird, sobald die Ausschreibung raus ist. Geplant sei eine Einrichtung des Segelsports mit „Gläserner Werft“, maritimen Handwerk, Gastronomie, Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen, aber „nicht etwa noch ein weiterer Sportboothafen.“ Das freiwerdende Gelände könne so „nachhaltig eins zu eins genutzt werden.“ Dass der Freundeskreis bereits konkrete Planungen mit Illustration veröffentlicht, ruft Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer des privaten Kieler Sporthafens, auf den Plan. Offenbar habe sich die Stadt bereits festgelegt, mutmaßt er. Schon im Vorfeld hatte er, wie berichtet, beklagt, dass die Stadt ihn in die Pläne nicht eingebunden habe, obwohl der Sportboothafen immer wieder Interesse an einem anderen Standort angemeldet habe.

 Als der Punkt in der Ratsdebatte aufgerufen wurde, versicherte Todeskino, dass ihm Sporthafen am Herzen liege und gelobte Besserung, dessen Belange künftig stärker zu berücksichtigen. Auf Betreiben der Kommunalpolitiker enthält die Beschlussvorlage jetzt die Option einer „Mitnutzung“ durch einen Sportboothafen. Danach kam die Vorlage einstimmig durch. Für Mühlenhardt ist die Sache jedoch nicht im Lot: „Anzeichen für eine ernstgemeinte Einbindung der Sporthafen GmbH kann ich beim besten Willen nicht erkennen; entsprechende Gespräche sind nach meinem Wissen nicht geplant.“

Ein leiser „Glückwunsch“ war aus den Reihen der Ingenieure und Bauarbeiter zu hören, als am Freitag um 11.15 Uhr der erste Container vom Tieflader abhob und sauber an einem der alten Klinikgebäude entlang nach rechts schwebte. Der Interimsbau der Frauenklinik am UKSH soll noch vor Weihnachten stehen.

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Jörn Genoux 12.12.2015

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Martina Drexler 11.12.2015