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Kiel Grausamer Schwanen-Tod in Friedrichsort
Kiel Grausamer Schwanen-Tod in Friedrichsort
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13:05 23.02.2018
Von Petra Krause
Foto: Am Skagerrakufer brüten seit Jahrzehnten Schwanenpaare. Jetzt wurde das Männchen Willi mit eingeschlagenem Kopf aufgefunden.
Am Skagerrakufer brüten seit Jahrzehnten Schwanenpaare. Jetzt wurde das Männchen Willi mit eingeschlagenem Kopf aufgefunden. Quelle: Petra Krause
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Kiel-Friedrichsort

Auch im Netz hat die Tat Empörung ausgelöst. Maike Bünnings Post auf Facebook wurde bereits über 2000-mal geteilt. Die Hoffnung der drei: „Die Leute zu sensibilisieren, damit sie mit offenen Augen am Skagerrakufer entlangspazieren.“

Andreas Schmidt, der auf der Lindenau-Werft für die Objektsicherung zuständig ist, hatte Willi am Donnerstag um 23.30 Uhr bei seinem Rundgang auf dem Rücken treibend im Wasser entdeckt. „Denn dabei leuchte ich auch immer einmal den Strand aus“, sagt der 46-Jährige. Das Schwanen-Nest liegt gleich an der Spundwand der Lindenau-Werft. „Was wohl in den Abendstunden passiert ist, macht uns wütend und sprachlos“, sagt Schuffenhauer. Nun ist die Schwanenfrau Wilhelmine mit ihren fünf Kindern, die im Juni 2017 geschlüpft sind, alleine.

Dieses Foto haben die Schwanenfreunde vom toten Willi aufgenommen. Quelle: Maike Brünning

„Gegen 16 Uhr wurde der Schwan am Donnerstag noch lebend gesehen“, so Polizeisprecher Matthias Arends. Aufgrund der Verletzungen vermutet Maike Bünning, dass ein Täter den Schwan gehalten und ein zweiter ihn erschlagen hat. Derzeit liege der Schwan im Tierheim Uhlenkrog, wo er noch von einem Amtsveterinär untersucht werde, so Bünning. Der soll die genaue Todesursache klären. Ermittelt wird vom Polizeibezirksrevier Kiel in Sachen Paragraf 17 Tierschutzgesetz. Dem Täter droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Schwanen-Karl zog nach Nordrhein- Westfalen

Bei den Friedrichsortern ist die Ecke, wo die Schwäne sich oft aufhalten, auch als „Kuddels Klöneck“ bekannt. Mehr als 20 Jahre lang hatte sich dort Schwanen-Karl um die eleganten Tiere gekümmert, sie gefüttert und verölte Schwäne wieder aufgepäppelt. „Mit manchen war er so vertraut, dass sie bei ihm in die Jacke reingekrabbelt sind“, sagt Andreas Schmidt, der zusammen mit Maike Bünning seit sechs Jahren dabei ist. „Er hat sich sogar die Arbeit gemacht, ein ganzes Brot in kleine Stücke zu schnippeln“, erinnert sich Harald Schuffenhauer, der 2009 dazustieß. 2015 zog Schwanen-Karl nach Nordrhein- Westfalen, und da waren die Schwanenfreunde nur noch zu dritt.

Es ist bereits die dritte größere Attacke gegen die Schwäne, die dort seit Jahren zum Brüten kommen. „Kinder schmeißen mit Steinen nach den Tieren, und die Eltern stehen daneben, oder Jugendliche schmeißen mit Flaschen nach ihnen“, so Schmidt. Für ihn ein Mangel an Respekt gegenüber Tier und Natur. „Er war der größte und stolzeste Schwan, den wir bisher hier hatten“, sagt Andreas Schmidt bedrückt. „Brutal und gefühllos“ nennt Harald Schuffenhauer die Attacke auf Willi.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0431/1601580 entgegen.

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