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Kiel Berühmter Kieler verstaubt im Magazin
Kiel Berühmter Kieler verstaubt im Magazin
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11:00 11.04.2019
Von Jürgen Küppers
Foto: Das Porträt des Kieler Erfinders Wilhelm Bauer: Als der Museumsvorplatz 2014 umgebaut wurde, verschwand der Bronzekopf samt Sockel im Museumsdepot.
Das Porträt des Kieler Erfinders Wilhelm Bauer: Als der Museumsvorplatz 2014 umgebaut wurde, verschwand der Bronzekopf samt Sockel im Museumsdepot. Quelle: Jens Rönnau
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Kiel

Doch warum das Abbild des Erfinders des ersten deutschen U-Bootes in der Versenkung verschwand oder wann es wo wieder auftaucht, konnte dem Verfasser einer Kieler Stadtgeschichte bislang niemand sagen. Bislang seien Nachfragen dazu im Sande verlaufen, berichtet Wulf, den der „klammheimliche“ Abbau des Bronzekopfes regelrecht ärgert: „Schließlich handelt es sich bei der Plastik um ein Kunstwerk des Bildhauers und Kulturpreisträgers des Landes Manfred Sihle-Wissel.“ 

Bronzekopf samt Sockel wurde 2014 entfernt

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Verwaltung den Verbleib der Plastik, die die Stadt 2004 in Zusammenhang mit der großen Sonderausstellung zum Brandtaucher (so hieß Bauers U-Boot) für 18.000 Euro ankaufte: Nach Ausstellungsende sei die Büste zunächst stehen geblieben. Erst als der Museumsvorplatz 2014 im Zuge der Gesamtsanierung des Museums umgebaut wurde, sei der Bronzekopf samt Sockel entfernt und ins Museumsdepot gebracht worden.

Aus Sicht von Peter Wulf ist die Büste des U-Boot-Erfinders „aber kein Magazingegenstand wie jeder andere auch. Sie ist ein Kunstwerk und muss der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden.“ 

So sieht das auch Jürgen Miethke, ehemals Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Freund des Bildhauers Manfred Sihle-Wissel und Ex-Vorsitzender der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte: „So viele berühmte Kieler hat die Stadt schließlich nicht vorzuweisen. Insofern wäre es jetzt an der Zeit, nach vier Jahren im Depot die Büste von Wilhelm Bauer endlich wieder öffentlich zu präsentieren.“

Ob und wann die Büste wieder auftaucht, ist noch unklar

Ob und wann das passiert, ist bislang aber noch völlig unklar. „Derzeit ist dazu noch keine Entscheidung getroffen worden“, teilte ein Rathaussprecher auf Nachfrage mit. Zunächst werde die Dauerausstellung für das Schifffahrtsmuseum neu konzipiert und nach Ende der Ausstellung zum Matrosenaufstand aufgebaut.

In der Dauerausstellung werde auch über das Thema U-Boot-Bau in Kiel informiert und dabei die historische Vorlage für das künstlerische Porträt – ein zeitgenössischer Stich aus dem 19. Jahrhundert – gezeigt. Über die erneute Präsentation der Büste gebe es in diesem Zusammenhang laut Stadtsprecher aber erst noch „Gespräche“.

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