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Kiel Soldaten fordern mehr Tempo
Kiel Soldaten fordern mehr Tempo
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09:09 30.08.2019
Von Frank Behling
Der Marinestützpunkt Kiel ist gefragt. Es ist der einzige Tiefwasserhafen der Marine an der Ostseeküste. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) brachte es auf den Punkt: „Was die Bundeswehr jetzt braucht, ist die Trendwende Tempo“, sagte er beim Besuch zur Kieler Woche. Dabei liegt der „Anwalt der Soldaten“ auf einer Linie mit der „Gewerkschaft der Soldaten“, dem Bundeswehrverband. Beim Besuch der Standortkameradschaft in Kiel mahnte gestern auch der Verbandsvorsitzende André Wüstner mehr Tempo und Verlässlichkeit bei der Planung an.

Zwar gebe es für die Armee mehr Geld für Ausrüstung und Infrastruktur, so Wüstner. Doch es hakt immer noch bei Abläufen und Planungen zur Umsetzung. „Diese Probleme liegen nicht in Kiel, sondern in den übergeordneten Bereichen“, sagte der Oberstleutnant.

Marinesoldaten wollen zur See fahren

Auf der Arbeitsebene habe er großen Respekt vor der Leistung der Soldaten hier am Standort, die es mit viel Leidenschaft und Improvisationsvermögen schaffen, dass Boote auslaufen können und Systeme funktionieren. „Dabei ist die Zusammenarbeit hier in Kiel beispielhaft. Man spürt ganz deutlich, dass die Leute etwas tun wollen. Wer zur Marine nach Kiel geht, der will auch zur See fahren und nicht in der Werft oder im Hafen liegen“, sagte Wüstner.

Die Kritik geht dafür in Richtung Politik und Ministerium. „Die viel zitierten Trendwenden müssen endlich Wirkung zeigen – und die Soldaten müssen auch sehen können, dass sich etwas ändert. Die Leute wollen genau wissen, wann ein Projekt zum Beispiel umgesetzt wird und wann ein System zur Verfügung steht“, so Wüstner. Die Lücke zwischen dem Antrag und der Realisierung sei derzeit einfach zu groß.

Befreiungsschlag gefordert

„Hier brauchen wir endlich einen Befreiungsschlag, der für die Soldaten auch Erfolge sichtbar macht. Im Moment ist es so, dass es zwar Ankündigungen gibt, jedoch noch keine Taten.“ Die Forderungen waren auch Thema in den Gesprächen mit Soldaten in Kiel. Ändere sich hier nicht bald etwas, werde das Auswirkungen auf das Personal haben.

Der Mangel an einsatzbereiten Fahrzeugen, Hubschraubern und Schiffen mache die Stellen nicht attraktiv. „Nehmen wir das Beispiel der Hubschrauber. Wenn es immer nur Meldungen über fehlende Flugstunden gibt, ist es für junge Menschen mit Lust aufs Fliegen nicht attraktiv, sich dort zu verpflichten“, so Wüstner. Am Standort Kiel ist es die Betreuungssituation, die den Soldaten auf der Seele liegt.

Kiel ist als Hafen gefragt

„Wenn die jungen Soldaten abends nicht mehr auf ihren Schiffen schlafen dürfen, muss man Unterkünfte anbieten. Und wenn diese Gebäude noch nicht fertig sind, müssen die Leute wissen, wann das der Fall sein wird. Diese Verlässlichkeit ist Soldaten ganz wichtig.“

Der Kieler Stützpunkt ist für die Marine enorm wichtig. „Das hat man bei den großen Manövern im Frühjahr gesehen. Dieser Hafen kann eine Menge“, so Oberstabsbootsmann Rene Sirok, der Vorsitzende der Standortkameradschaft Kiel. Die Liegeplätze sind ganz wichtig.

Am Wochenende wird der Hafen wieder voll. Die Fregatten „Schleswig-Holsten“ und „Sachsen-Anhalt“ und der große Einsatzgruppenversorger „Bonn“ haben sich angemeldet. Außerdem ist die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ auf Ausbildungsfahrt in der Kieler Bucht unterwegs.

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