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Kiel Dicke Wände suchen neuen Besitzer
Kiel Dicke Wände suchen neuen Besitzer
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08:36 25.11.2016
Von Anne Steinmetz
Die Lüftungsanlage ist inzwischen ausgebaut. Seitdem schimmelt es im Bunker am Gaardener Ring, sagt Marcel Schmidt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Trotzdem macht er sich keine Sorgen, dass die Behörde ihn nicht loswerden könnte. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Die Tür fällt ins Schloss, Marcel Schmidt schaltet das Licht an. Lange weiße Flure, dicke Stahltüren. Es ist überraschend warm. „Die Außenwände hier im Hochbunker sind 2,50 Meter dick. Da braucht man keine Heizung und keine Klimaanlage“, sagt er und geht zügig voran.

 Die Stahltüren stehen offen. Schilder warnen vor Quetschgefahr, wenn sie zufallen. „Es gab zwei Schleusentüren, um hineinzukommen. Über eine Steuerungsanlage konnten sie von diesem Platz geöffnet werden“, erklärt Marcel Schmidt und zeigt in den Raum, an dessen Tür „Bunkerwart“ steht. Staub liegt auf der Steuerungsanlage mit farbigen Lampen und vielen Hebeln, an der Tür haben sich weiße Schimmelflecken gebildet. „Seitdem die Lüftungsanlage ausgebaut wurde, schimmelt es hier vor allem an den Holztüren“, erklärt Schmidt und zeigt auf die flauschigen Flecken.

Hier finden Sie Fotos einer sehr speziellen Kieler Immobilie, die zum Verkauf steht.

 Der 31-Jährige ist Mitarbeiter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und nicht zum ersten Mal im Hochbunker im Gaardener Ring. Immer wieder hat er in den vergangenen Monaten Interessenten durch die 1500 Quadratmeter große frühere Luftschutzanlage geführt. Denn die Bima will den Bunker verkaufen. „Das ist der letzte Hochbunker in Kiel, den wir veräußern“, sagt Schmidt während er die Treppen in den ersten Stock hinaufgeht. 90000 Euro ist das Mindestangebot, mehr als 50 Interessenten haben sich schon gemeldet. „Bunker sind relativ leicht zu verkaufen. Da haben wir nie Probleme.“

 Als Schutzraum vor Luftangriffen für die Germaniawerft-Mitarbeiter ist der Bunker zwischen 1944 und 1945 gebaut worden. Nach dem Krieg übernahm der Zivilschutz den Hochbunker und baute ihn zwischen 1963 und 1971 aufwendig um. 14 Tage lang sollten hier 1400 Menschen ausharren können. 2011 wurde er schließlich aus als Schutzraum aufgegeben.

Wer der nächste Besitzer des Hochbunkers im Gaardener Ring sein wird, kann er noch nicht sagen. „Wir entscheiden uns für denjenigen, der am meisten zahlt und der nachweisen kann, dass er liquide ist“, sagt Schmidt und öffnet die Tür nach draußen. Es ist hell, Schmidt blinzelt im Licht und dreht den Schlüssel im Schloss um. Oft wird er jetzt nicht mehr hierher kommen. Denn schon Ende November entscheidet die Bima, wer den Zuschlag für den Bunker bekommt.

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