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Kiel Ärger über Öl-Gestank
Kiel Ärger über Öl-Gestank
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08:01 20.05.2018
Von Karina Dreyer
Die Bunkerstation in der Wiker Schleusenstraße versorgt die Schiffe mit Öl. Anwohner beklagen sich jetzt über unerträglichen Gestank. Quelle: Frank Behling
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Kiel-Wik

„Ich war in meinem Schrebergarten am Auberg, als plötzlich meine Augen anfingen zu tränen und die Nase regelrecht brannte“, beschreibt Erika Naujoks. Die 54-Jährige habe Kopfschmerzen bekommen, die den ganzen Nachmittag angehalten hätten. Seit fast 30 Jahren wohnt sie in der Schleusenstraße. Den Geruch des Pumpwerks, das auf der anderen Straßenseite liegt, kennen die Anwohner schon. Besonders bei sommerlichen Temperaturen sei es kaum möglich zu lüften. Aber nun dieser zusätzliche Geruch, das mache ihr zu schaffen. „Wir wissen ja auch gar nicht, ob der gefährlich ist“, betont sie.

Ähnlich geht es Martin Arjes. Er hat seit 1974 sein Zuhause in der Schleusenstraße. „Als ich vor Kurzem das Fenster im Wohnzimmer öffnete, lag ein ganz starker Dieselgeruch in der Luft, aber es war kein Schiff zu sehen“, erklärt der 58-Jährige. Ihm ist aufgefallen, dass es wesentlich mehr Umschlag an der Kanalstraße gibt. Er befürchtet, dass das zu Lasten der Anwohner gehen könnte. Das werde in Zukunft noch mehr, wenn sich mehr Firmen ansiedeln.

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Denn in der Bunkerstation in der Wik tut sich was. Seit die Unabhängige Tanklogistik GmbH (UTG) im Januar 2017 den Betrieb der Anlage übernommen hat, wurde kräftig investiert. Ein Vorhaben wurde jüngst an der Landseite realisiert: Entlang der Uferstraße entstand eine Kesselwagen-Entleerungsanlage für Güterzüge. Zukünftig soll nämlich ein Teil des benötigten Schiffstreibstoffes aus Raffinerien per Zug angeliefert und von den Kesselwagen direkt in die großen Tanks gepumpt werden. Beim Betreiber weist man die Kritik der Anwohner zurück. Für die Anlage liege eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vor, teilt die Gesellschaft mit.

Den Anwohnern liegt noch etwas anderes auf dem Herzen: Sie sehen die Fußgänger auf beiden Seiten der Schleusenstraße verdrängt. Teilweise ist der Streifen für Fußgänger wesentlich schmaler als für Radfahrer, das gebe Auseinandersetzungen. „Die Strecke wird viel von Schülern und für Ausflüge genutzt“, beschreibt Erika Naujoks, die sich mit Martin Arjes nun an den Ortsbeirat Wik gewandt hat – mit der Hoffnung auf Unterstützung.

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