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Kiel Mehr Aufmerksamkeit durch neuen Namen
Kiel Mehr Aufmerksamkeit durch neuen Namen
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08:00 21.09.2017
Die Bushaltestelle Strucksdiek soll bald einen neuen Namen bekommen, der an das Arbeitserziehungslager Nordmark erinnert. Quelle: Frank Peter
Kiel

In ihrem Antrag im Bauausschuss forderten die Fraktionen die Verwaltung auf, einen entsprechenden Namen vorzuschlagen, der künftig an das Arbeitserziehungslager Nordmark erinnert. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nähe der Haltestelle. Hier waren bis 1945 rund 5000 Zwangsarbeiter inhaftiert, die unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten. Etwa 600 der meist aus Polen und der Sowjetunion stammenden Gefangenen überlebten die Haft nicht. Seit 2003 gibt es am Standort des ehemaligen Arbeitslagers einen Gedenkort.

Die Mehrheit der Bauausschussmitglieder stimmten dem Antrag zu. SPD und SSW wollen mit der Neubenennung der Haltestelle den Gedenkort stärker ins Bewusstsein rücken. Besucher sollen die Gedenkstätte so außerdem leichter finden. "Nach dem Ableben der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und in einschlägigen politischen Kreisen jüngst geäußerten Bestrebungen einer Umkehr in der Entwicklung von Erinnerungskultur sind verstärkte Aktivitäten hier notwendiger denn je", begründeten André Wilkens (SPD), Michael Wagner (SPD) und Marcel Schmidt (SSW) ihren Antrag.

Unterstützung erhielten sie von den Grünen. Die baupolitischen Sprecher Arne Langniß und Arne Stenger sind sich sicher, dass die Gedenkstätte so mehr Aufmerksamkeit bekomme. Ob es allerdings zur Umbenennung oder zu einer Erweiterung des Haltestellen-Namens komme, müsse noch geklärt werden.

Bei CDU und FDP stieß der Vorschlag auf Widerstand. Die alleinige Umbenennung einer Bushaltestelle könne kaum ein Beispiel für gelungene Erinnerungskultur sein, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Kruber. Auch die FDP-Vorsitzende Christina Musculus-Stahnke hält die Umbenennung nicht für das geeignete Mittel.

Schon 2011 hatte die Linke eine Umbenennung der Haltestelle gefordert, um die Bekanntheit des Gedenkortes zu erhöhen. Damals war der Antrag an den Stimmen von SPD, SSW, Grünen, CDU und FDP gescheitert.

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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