Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Kiel Science City soll trotzdem kommen
Kiel Kiel Science City soll trotzdem kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 24.07.2019
Von Niklas Wieczorek
"Die Olshausenstraße sieht in meiner Vision anders aus", sagt Uni-Präsident Lutz Kipp: Von hier soll moderne Mobilität helfen, Kiel weiter zu erschließen. Quelle: Frank Peter
Anzeige
Kiel

"Der Umstand, dass die CAU Kiel nicht das Prädikat exzellent erhalten hat, ändert nichts daran, dass die CAU Kiel den eingeschlagenen Weg fortsetzt", sagt Lutz Kipp. Er hat weiter Großes vor – und dafür mit Uni-Baumeister Uwe Pfründer einen technischen Fachmann an seiner Seite: 540 Millionen Euro werden in den kommenden sieben Jahren in Kiel mit Uni-Bezug verbaut, wozu auch die Medizin und die Technische Fakultät zählen. Das Forschungsgelände soll aber weiter mit Wohnraum und Infrastruktur verzahnt werden.

Uni Kiel: Science City bezieht auch Mobilität mit ein

Lutz Kipp fühlt trotz Absage Rückenwind aus der Exzellenzinitiative: "Das Ergebnis ist ehrlich. Die Gutachter haben uns bestätigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Sie haben dabei sowohl die Idee einer Science City als auch unser Zukunftskonzept als exzellent bewertet." Science City – darunter versteht Kipp "die Wissenschaft als Ganzes in Kiel", also die "Campus-Entwicklung gemeinsam mit der Stadt". Und die Uni Kiel greift noch weiter: Auch Mobilität bezieht sie mit ein. Ein ursprünglich kommunalpolitisches Metier. Lutz Kipp träumt von der Fortsetzung der Olshausenstraße als "Wissenschaftsachse" über die Beselerallee bis hinunter zur Förde, wo die Fähren zum Ostufer ablegen, wo die Technische Fakultät und das Geomar Kiel liegen. Autonom fahrende Busse und Fähren, an denen im Übrigen an CAU und FH bereits geforscht wird, oder gar eine Seilbahn könnten Uni, Stadt und Förde verbinden. Ein Mobilitäts-Hub soll die Erforschung dessen bündeln.

Anzeige

Lesen Sie auch: Seeburg Kiel soll Uni-Flaggschiff werden

CAU Kiel sieht sich als "Treiber im Prozess"

Am Bremerskamp dagegen sollen vor allem Studentenwohnungen entstehen und die Uni sich erweitern können. Auf dem bestehenden Campus dagegen könnten schwimmende Seminarräume den Austausch fördern, und Future Minds könnten als Denklabore nach außen sichtbare Erfolge schaffen. Nicht zuletzt das historische und moderne Aushängeschild zugleich: die Seeburg. "Wir sind der Treiber in dem Prozess", sagt Kipp selbstbewusst. "Universität ist zukunftsbildend." Er ist sich zumindest sicher, alle "Player an den Tisch" zu holen: Ministerien, Gebäudemanagement Schleswig-Holstein oder die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Pfründer bezeichnet das so: Von der CAU Kiel komme die "mentale Unterstützung" für diesen baulichen Modernisierungsprozess. Die Umsetzung aber erfolge "im Schulterschluss mit der Stadt".

Weitere Pläne in diesem Sommer

Wichtig sei für eine solche Umsetzung gerade die Zusammenarbeit mit den Akteuren auch außerhalb der Wissenschaft – ganz im Sinne der Transdisziplinarität, auf die in der Exzellenz-Bewerbung so viel Wert gelegt wurde, so Kipp. Das Verfehlen des Titels habe kaum Auswirkungen auf die Vision, sagt der Präsident: "Die Planungen zur Science City werden unverändert fortgeführt. Sie sind eng mit städtischen Planungen und der laufenden Sanierung der Universität verzahnt. Einzelne Projekte könnten aber eine längere Umsetzungsperspektive bekommen." Im Laufe des Sommers sollen auch ohne die Exzellenz-Millionen weitere Planungen folgen.

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Niklas Wieczorek 24.07.2019
Kiel Garten für Generationen - Von der Müllhalde zum Schmuckstück
Martin Geist 24.07.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 24.07.2019