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Kiel Aus für das Uni-Kraftwerk
Kiel Aus für das Uni-Kraftwerk
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10:00 21.12.2018
Von Niklas Wieczorek
Dieses Blockheizkraftwerk wollte die Uni Kiel ursprünglich am Wilhelm-Selig-Platz bauen. Der Plan ist jetzt gescheitert. Quelle: Uni Kiel
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Kiel

Hintergrund ist das neue Energiewendegesetz, wodurch die CAU vielen weiteren Pflichten im Betrieb des Kraftwerks hätte entgegensehen müssen. „Am Wilhelm-Seelig-Platz soll nun wieder ein grüner Ruheort auf dem Campus entstehen“, sagte Pawlowski.

Der Beschluss für das Aus im Uni-Präsidium fiel im Oktober: Seit Jahren hatte die Universität das eigene Kraftwerk als „Baustein für die Energiespar- und Klimastrategie der CAU“ anvisiert – zumal es ein Beitrag „für ein System dezentraler Energieversorgung in Kiel“ gewesen wäre, schilderte Sprecher Pawlowski. „Das Aus nach fast fünf Jahren Vorplanung ist sehr bitter für die Universität.“

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Pflichten wären zu teuer

Die Begründung für diesen Schritt ist komplex: In der Folge der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hätte sich für die Universität eine andere Einstufung ergeben. Sie hätte als Betreiberin eines Netzes der allgemeinen Versorgung gewertet werden können, so die Einschätzung der CAU nach diversen Urteilen von Verwaltungsgerichten. In dieser neuen Einstufung hätte sie technische und administrative Pflichten erfüllen müssen, die schlicht als zu teuer bewertet wurden.

Bereits in den vergangenen Monaten war ein erster Planungsstopp im Gespräch gewesen: Innerhalb der Uni wurde befürchtet, dass für Energie aus dem Kraftwerk eine Umlage in Höhe von 100 Prozent fällig werden könnte. Konkretisierungen aus dem Bundeswirtschaftsministerium im Mai ließen dann aber auf eine 40-prozentige Umlage schließen. Folglich hätte die Uni mit vier bis fünf Jahren kalkuliert, bis sich das Kraftwerk rechnet, gab Pawlowski wieder.

Amortisationszeit länger als 15 Jahre

Doch in der Folge deutete sich eine Aberkennung des sogenannten Kundenanlagenstatus für das Projekt an – und damit drohte das Aus: Eine Bewertung als Netz der allgemeinen Versorgung hätte zu Informationspflichten, Entgelten, Durchleitungen und Entflechtungen sowie der Liberalisierung von Zähler- und Messwesen geführt, nannte Pawlowski nur einige Beispiele. Und einige dieser Pflichten hätten wohl erneut zur Aberkennung des 40-Prozent-Privilegs geführt.

„Daraus resultierte eine Amortisationszeit für die CAU von über 15 Jahren“, fasste Pawlowski zusammen. „Für das Projekt, das zur Hälfte vom Land und zur anderen Hälfte durch die CAU finanziert worden wäre, entsteht dadurch insgesamt eine Amortisationszeit von über 30 Jahren.“ Viel zu lang – allein weil diese Zeit über die Lebensdauer des geplanten Gasmotors hinaus ginge. „Nicht wirtschaftlich“, bewertete die Uni schließlich und begrub ihre Planungen. Und Pawlowski beklagte: „Dieses Problem haben nicht nur wir, sondern alle Hochschulen in Deutschland.“

33 Meter hoher Schornstein

Das Kieler Blockheizkraftwerk sollte auf einer Nutzfläche von 190 Quadratmetern entstehen, einen Schornstein in Höhe von etwa 33 Meter erhalten und damit rund sechs Meter über den Dachfirst des Gebäudes Wilhelm-Seelig-Platz 1 hinausragen. Die ehemals 3,4 Millionen Euro Kosten sollten ursprünglich schon ab Juli 2018 in den Bau fließen. Fertig gestellt werden sollte das Kraftwerk im kommenden Jahr.

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