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Kiel Andreas Ellendt ist OB-Kandidat in Kiel
Kiel Andreas Ellendt ist OB-Kandidat in Kiel
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20:03 15.06.2019
Von Heike Stüben
Die Kieler CDU-Kreisversammlung wählte mit 90 Prozent Andreas Ellendt (Mitte, mit Thomas Stritzl und Juliane Weigel) zum Oberbürgermeisterkandidaten. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Von 79 stimmberechtigten Mitglieder votierten in geheimer Wahl 70 für Andreas Ellendt. Fünf Mitglieder stimmten gegen Andreas Ellendt, zwei enthielten sich. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Zuvor hatte der promovierte Chemiker in einer Rede die Baustellen aufgezeigt, die er als Oberbürgermeister in Kiel angehen würde: Die Sanierung von Schulgebäuden und Infrastruktur, die Kinderarmut durch engmaschige Betreuung auch beim Erlernen der deutschen Sprache, die Verkehrswende zur "urbanen, smarten  Elektromobilität", mehr bezahlbarer Wohnraum durch deutlich mehr Sozialwohnungen und genossenschaftliches Wohnen.

Freundlicher Beifall für Ellendt

Der Beifall für die ruhige Vorstellungsrede war freundlich, aber relativ kurz und nicht enthusiastisch.

Mit Andreas Ellendt schickt die CDU gegen Amtsinhaber Ulf Kämpfer (SPD) einen Kandidaten ins Rennen, der sich lange in der CDU politisch engagiert, in der Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt ist.

Ein Angebot an die Grünen

In Gesprächen vor der Wahl wurde vor allem von den Jüngeren betont, Ellendt sei der Richtige,  um zusammen mit Grünen eine Wende in Kiel hinzubekommen - natürlich unter schwarzer Führung, wie augenzwinkernd hinterhergeschoben wurde.

"Die CDU muss jünger, weiblicher und grüner werden. Andreas Ellendt ist zwar ein Mann, aber ziemlich grün und als vierfacher Vater und Lehrer nah an der Jugend dran", sagte Juliane Müller-Weigel (29) vom Kreisvorstand. 

Auch die ehemalige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz, der Kreisvorsitzende Thomas Stritzl, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kieler Rathaus, Stefan Kruber, und der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Alexander Barbie, warben für Ellendt und sagten ihm ihre Unterstützung zu.

Zweifel an der Marschrichtung

Dennoch hatten einige Ältere Zweifel an der Marschrichtung, wollten  aber nicht "die Aufbruchstimmung zerstören", wie ein langjähriges Mitglied formulierte. "Dass wir uns jetzt an die Grünen anbiedern, finde ich schwierig. Damit können wir viele Stammwähler verschrecken."

Mit seinem Votum folgte der Kreisparteitag seinem Vorstand: Der hatte den 55-jährigen Lehrer Andreas Ellendt Anfang Mai als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 27. Oktober 2019 nominiert. Tobias von der Heide (der damals vor seiner Heirat Loose hieß) wollte sich zunächst auch als Kandidat bewerben, war angesichts von Ellendts Kandidatur dann aber davon abgerückt. 

"Ich werde Andreas Ellendt voll und ganz unterstützen", versprach er. Der Kandidat zähle zum Mitte-Links-Spektrum der CDU und könne als solcher die urbane Wählerschaft ansprechen.

Politisch engagierter Waldorf- und Gymnasiallehrer

Andreas Ellendt ist zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei erwachsene und zwei kleine Töchter. Der 55-Jährige lebt mit seiner Familie im Stadtteil Suchsdorf. Er hat nach dem Studium zunächst wissenschaftlich gearbeitet, sich dann als Waldorflehrer und schließlich ab 2010 als Gymnasiallehrer fortgebildet.

Heute unterrichtet er an der Gelehrtenschule in Kiel Chemie und Physik, Mathematik und Musik. Diese Lehrtätigkeit will er nach den Sommerferien bis zur Wahl ruhen lassen und für den Wahlkampf Sonderurlaub nehmen.

Ellendt engagiert sich seit 15 Jahren in der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft(CDA) und ist heute ihr Kreisvorsitzender. Er hat maßgeblich am letzten Wahlprogramm der Kieler CDU mitgeschrieben und engagiert sich als Ortsverbandsvorsitzender des CDU in Mettenhof. Parteifreunde bestätigen ihm ein hohes Fachwissen in Umweltfragen, eine  soziale Ader und Expertise in Bildungsfragen.

In viele kleine Vorstöße mündete am Mittwoch die Diskussion des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook über die Aufteilung der Straßen im Viertel und das Nebeneinander von Fußgängern, Auto- und Radfahrern. Auch das Kopfsteinpflaster soll, wann immer es geht, verschwinden.

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